Abbildungen von Stefan Fadinger

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Ausstellung Bauernkrieg 1626: Was bleibt und was erfunden wurde

Das Schlossmuseum Linz zeigt 400 Jahre nach dem Bauernkrieg, was wir über den Aufstand wirklich wissen und welche Spuren die Bauern hinterlassen haben.

Religiöse Unterdrückung, Hunger, Krankheiten und die Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges: Die Ursachen des oberösterreichischen Bauernkriegs von 1626 waren vielfältig und tief greifend. „Die existenzielle Krise ließ Menschen zu den Waffen greifen", erklärt Kurator Konstantin Ferihumer. Sechs Monate dauerte der Aufstand. Seine Erinnerung prägt die Region bis heute, 400 Jahre später. Das Schlossmuseum Linz widmet dem Ereignis nun im Rahmen der Communale OÖ 2026 die Ausstellung „Bauernkrieg 1626. Zwischen Geschichte und Fiktion".

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Fünf Knöpfe als einziges Erbe

Ein zentrales Thema der Ausstellung ist die Frage, was von den Aufständischen tatsächlich übrig geblieben ist und die Antwort ist ernüchternd: fast nichts. „Wir kennen die Geschichte der Adeligen gut. Sie machten jedoch nicht einmal ein halbes Prozent der Bevölkerung aus“, sagt Ferihumer. „Was uns von den Bauernkriegsopfern tatsächlich bleibt, sind, überspitzt gesagt, nur fünf Knöpfe." Die fünf aus Bein gedrechselte Knöpfe wurden bei einer Ausgrabung Aufständischen zugeordnet, die bei der Schlacht bei Lambach im Oktober 1626 gefallenen sind.

Doch nicht nur materielle Zeugnisse fehlen. Die Ausstellung auch sichtbar, dass das scheinbar Bekannte einer genauen Prüfung oft nicht stand hält. Viele heute verbreitete Zeugnisse zum Bauernkrieg stammen gar nicht aus der Zeit selbst, sondern wurden Jahrzehnte oder Jahrhunderte später ergänzt, ausgeschmückt oder neu erfunden. Ein prominentes Beispiel sind die Abbildungen des Anführers Stefan Fadinger: Sie entstanden nicht im frühen 17. Jahrhundert, sondern sind spätere Konstruktionen. Ob Fadinger tatsächlich so aussah, sei deshalb nicht klar.

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„Lernen aus der Geschichte"

Die Ausstellung beleuchtet auch die Aufarbeitungsgeschichte. Der Bauernkrieg war selten ein neutrales Thema. Immer wieder wurde er neu gedeutet und politisch vereinnahmt – besonders im 20. Jahrhundert. Die Ausstellung macht genau diesen Prozess sichtbar. Ein eigenes „Geschichtslabor“ lädt  Besucher ein, zu hinterfragen, wie Geschichte entsteht und erzählt wird.

Landeshauptmann Thomas Stelzer betont: „Wenn man sich auf der Welt umschaut, wie viele tausende Menschen ihr Leben lassen müssen aus leider durchaus vergleichbaren Gründen, ist das Thema ‚Lernen aus der Geschichte‘ ein nicht sehr von Erfolg gekröntes. Umso wichtiger ist es, dass wir sie immer präsent halten.“

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Konstantin Ferihumer, Kurator der Ausstellung; Landeshauptmann Thomas Stelzer; Alfred Weidinger, Wiss. Geschäftsführer OÖ Landes-Kultur GmbH

Ausstellung im Schlossmuseum Linz

Im Schlossmuseum Linz kann vom 9. Mai 2026 bis 7. Jänner 2027 die Ausstellung besichtigt werden. Mehr Informationen unter ooekultur.at/bauernkrieg-1626

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