Zwei Kinder trinken Milch.

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30 Jahre Schulmilch in Oberösterreich

Seit drei Jahrzehnten ist die Schulmilch fixer Bestandteil in Kindergärten und Schulen. Zum Jubiläum blicken sie auf Erfolge, Herausforderungen und die Zukunft der Aktion.

Am Mittwoch, 24. September wurde nicht nur der Weltschulmilchtag begangen, sondern in Oberösterreich auch ein besonderes Jubiläum gefeiert: Seit 30 Jahren liefern die heimischen Schulmilchbäuerinnen und -bauern frische Milchprodukte direkt an Kindergärten und Schulen.

„Die oberösterreichischen Schulmilchbauern sind nicht nur Lieferanten, sondern leidenschaftliche Botschafter der regionalen Landwirtschaft.“ Franz Waldenberger

Franz Waldenberger

Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ

„Es ist ihnen ein großes Anliegen, Kindern zu zeigen, wo ihre Milch herkommt, wie sie verarbeitet wird und welchen Wert regionale Lebensmittel haben,“ betont Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich (LK OÖ).

Rückgang bei der Nachfrage

Trotz aller Erfolge kämpft die Aktion mit rückläufigen Zahlen: Vor fünf Jahren nahmen noch 700 Bildungseinrichtungen mit 36.000 Kindern teil. Derzeit beliefern etwa 17 Betriebe circa 500 Einrichtungen mit 26.000 Kindern. Gründe dafür sind logistische Herausforderungen. Die Schulmilchbauern können entfernter gelegene Schulen aus Kostengründen oft nicht mehr beliefern. Der Erfolg der Schulmilch-Aktion hänge sehr wesentlich von der Einsatzfreude und vom Engagement aller Verantwortlichen ab. „Nur gemeinsam können wir unseren Kindern dieses tägliche Stück Regionalität, Qualität und Gesundheit weiterhin bieten und die Schulmilch-Aktion in eine gute Zukunft führen“, betont Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich (LK OÖ). Ohne Schulleiter, Schulwarte, Schulerhalter, Pädagogen, Eltern sei die Umsetzung der Aktion an Schulen nicht möglich. "Wir wünschen uns von den Schulen wieder mehr Bereitschaft, die logistische Abwicklung für dieses hochwertige Produkt zu übernehmen“, so der Landwirtschaftskammer-Präsident.

Das Sortiment der Schulmilchprodukte reicht von klassischer Trinkmilch über Fruchtjoghurts bis hin zu Vanillemilch. Am beliebtesten bleibt der Kakao mit über 60 Prozent Anteil. Zuckerzusätze sind dabei streng reglementiert und auf höchstens 3,5 Prozent begrenzt, um Kindern den natürlichen Geschmack von Lebensmitteln näherzubringen. Eine Portion kostet im Schnitt einen Euro. Unterstützt wird die Aktion durch das EU-Schulprogramm, das nicht nur Milchprodukte, sondern auch Obst und Gemüse fördert.

Milch als Nährstoffpaket

Milch gilt als wertvolles „Nährstoffpaket“: Sie liefert hochwertiges Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe, insbesondere Kalzium. „Studien unterstreichen oft die Bedeutung des Frühstücks für einen guten Start in den Tag. Trotzdem wurde im letzten Österreichischen Ernährungsbericht festgestellt, dass lediglich gut die Hälfte der österreichischen Schülerinnen und Schüler frühstückt“, erklärt Waldenberger. "Die Portion Schulmilch stellt somit einen guten Start in den Schulalltag dar."

Die WHO empfiehlt täglich zwei Portionen Milchprodukte. Pflanzendrinks seien keine gleichwertige Alternative, da ihnen die Nährstoffdichte fehle. Studien zeigen zudem, dass ein nahrhaftes Frühstück die Leistungsfähigkeit steigert. „Die Ernährungsgewohnheiten von Kindern werden im Schulalter entscheidend geprägt. Eine gezielte Förderung einer ausgewogenen Ernährung kann langfristig positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder haben“, so Waldenberger.

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Das Jubiläum feierten die oö. Schulmilchbäuerinnen und -bauern mit Wegbegleitern und der LK OÖ im Mai am Toblerhof in Lambach.

Jubiläumsfeiern und Aktionen

Das Jubiläumsjahr wurde mit zahlreichen Aktivitäten gefeiert. Ein landesweiter Malwettbewerb für Kinder von Kindergarten bis zur achten Schulstufe brachte 887 Einsendungen, aus denen 24 Sieger ausgewählt wurden. Im Mai kamen aktive und ehemalige Schulmilchbauern am Toblerhof in Lambach zusammen, um gemeinsam zu feiern. Anfang Juni verwandelte sich zudem der Linzer Hauptplatz in eine interaktive Schulmilchwelt, bei der Kinder an sechs Stationen Landwirtschaft und Milch vom Wettmelken bis zur Wissensvermittlung über die Milchproduktion, erleben konnten. Die Siegerklasse erhielt als Preis eine Woche kostenlose Schulmilch.

Auch das Agrarressort des Landes betont die Bedeutung der Initiative. „Der Erfolg der Schulmilch-Aktion hängt sehr wesentlich von der Einsatzfreude und vom Engagement aller Verantwortlichen ab“, sagt Waldenberger. Pädagogen, Eltern und Schulwarte seien ebenso gefragt wie die Bäuerinnen und Bauern selbst, um den Kindern täglich Zugang zu regionaler Schulmilch zu sichern.

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V.l.: Kammerdirektor Karl Dietachmair, LK OÖ Vizepräsidentin Rosemarie Ferstl, Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger, Obmann der OÖ Schulmilchbauern Johannes Strobl, LK OÖ-Präsident Franz Waldenberger.

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