Zwischen den Wiener Weinbergen und den Feldern am Stadtrand wächst nicht nur Gemüse, es wächst auch der Druck. Globale Marktverwerfungen und nationale Vorgaben verändern die Rahmenbedingungen für die Betriebe spürbar, während ihre Aufgaben immer komplexer werden. Für LK-Präsident Norbert Walter ist klar: „Wenn durch internationale Handelsabkommen oder politische Entwicklungen der Druck auf den Agrarmärkten zunimmt, kann man nicht gleichzeitig Betriebsmittel verteuern und bürokratische Hürden erhöhen.“ Die Wiener Landwirtschaft steht an einem Punkt, an dem Entlastung, moderne Verfahren und verlässliche Regelwerke über ihre Zukunft entscheiden.
Modernisierung als Schlüssel zur Zukunft
Ein zentrales Thema bleibt der Pflanzenschutz. Jahre des Ringens um wirksame Mittel tragen nun erste Früchte: Ein neues vereinfachtes und beschleunigtes Verfahren zur gegenseitigen Anerkennung von Pflanzenschutzmitteln wurde beschlossen.
Wenn der Druck auf den Agrarmärkten zunimmt, kann man nicht gleichzeitig Betriebsmittel verteuern und bürokratische Hürden erhöhen.
Norbert Walter
Zudem hat der EU-Gesundheitskommissar für Dezember rechtliche Vereinfachungen angekündigt, von der Wirkstoffzulassung über Zonengenehmigungen bis hin zum Drohneneinsatz.
Große Veränderungen stehen auch dem Wiener Wein bevor. Obwohl Wien das kleinste der großen Weinbundesländer ist, erzeugt die Branche eine große Wertschöpfung: 880 Millionen Euro Bruttowertschöpfung, 12.000 Arbeitsplätze und rund ein Viertel aller regionalen Steuereinnahmen gehen auf sie zurück. Mit der umfassenden Neufassung des österreichischen Weingesetzes wird nun das gesamte Herkunftssystem neu strukturiert. Eine eigene Arbeitsgruppe der LK Wien arbeitet bereits an der Umsetzung.
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Entbürokratisierung gibt den Betrieben mehr Zeit für ihre Kerntätigkeit.
Auch im Bereich der Arbeitskräfte zeichne sich ein Fortschritt ab. Das Kontingent für Beschäftigte aus Drittstaaten wurde für 2026 erhöht, nachdem es heuer vollständig ausgeschöpft wurde. Dennoch sieht Walter weiteren Handlungsbedarf. Die Lohnnebenkosten müssten sinken und Österreich brauche endlich moderne, praxistaugliche Regeln nach Vorbildern wie Deutschland oder Polen.
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