Traktor mit Sämaschine am Acker

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Trockenheit im Land spitzt sich zu: Landwirtschaft kämpft mit massiven Ernte-Risiken

Seit Wochen fehlt der Regen, die Temperaturen steigen: In Niederösterreich geraten Ackerbau und Grünland zunehmend unter Druck. Die Landwirtschaft warnt vor Ertragseinbußen in einer ohnehin angespannten Kostensituation.

Seit Wochen bleibt ergiebiger Regen in Niederösterreich weitgehend aus, während die Temperaturen deutlich ansteigen. Die Böden trocknen sichtbar aus, Kulturen geraten in zentralen Wachstumsphasen unter Stress, die Ertragserwartungen sinken. Besonders Ackerbau und Grünland stehen dabei massiv unter Druck. Wintergetreide zeigt bereits Verzögerungen im Wachstum, Sommerkulturen keimen ungleichmäßig und bleiben lückig.

„Die Betroffenheit ist enorm. Wir erleben derzeit eine der angespanntesten Frühjahrsentwicklungen der letzten Jahre“, sagt LK-Präsident Johannes Schmuckenschlager. Besonders kritisch sei die flächendeckende Trockenheit, die mittlerweile nahezu alle Regionen erfasse.

Ackerbau unter massivem Stress

Das kann auch LK-Vizepräsident Lorenz Mayr so bestätigen. Er betont, dass vor allem Getreide in der Schoss- und Ährenbildungsphase, etwa Wintergerste, Winterroggen und Winterweizen, derzeit dringend Wasser benötigen: „Alles, was jetzt in der Ährenanlage ist bzw. ausährt, braucht unbedingt Wasser.“ Besonders problematisch sei, dass diese Entwicklungsphasen genau in die anhaltende Trockenperiode fallen.

Wir erleben derzeit eine der angespanntesten Frühjahrsentwicklungen der letzten Jahre.

Johannes Schmuckenschlager

LK-Präsident

Zusätzlich verschärfe die Witterung den Schädlingsdruck. Der Rüsselkäfer trete in Rübenbeständen derzeit verstärkt auf und verursacht weitere Schäden. Trockenstress und Insektendruck wirken damit gleichzeitig auf die Bestände ein. Die Niederschlagslage verdeutlicht die Situation zusätzlich: Im Raum Stockerau etwa wurden heuer bisher nur rund 69 Millimeter gemessen, im langjährigen Schnitt wären etwa 130 Millimeter üblich. „Wir sehen, dass diese Trockenheit momentan über ganz Niederösterreich bzw. ganz Ostösterreich geht“, so Mayr. Kurzfristig bleibe den Betrieben nur begrenzter Handlungsspielraum. Wassersparende Bewirtschaftung, reduzierte Bodenbearbeitung und robustere Sorten stehen im Vordergrund. Gleichzeitig verschiebe sich die Anbauplanung zunehmend in den Herbst, um Sommerkulturen zu entlasten.

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Wasser als Schlüsselressource

Langfristig rückt das Thema Bewässerung stärker in den Fokus. Projekte zur besseren Wassernutzung, etwa Speicherlösungen oder Donauwasser, seien in Planung. Mayr betont jedoch die langen Zeithori-

zonte: „Bis die ersten Bagger tatsächlich rollen, sprechen wir realistisch von rund zehn Jahren.“ Parallel dazu wird über neue Absicherungsmodelle diskutiert. Neben klassischen Dürreversicherungen steht auch eine Einkommensversicherung im Raum. „Das ist ein Ansatz, den man genau prüfen muss, wie er in Österreich umsetzbar wäre“, so Mayr.

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Auch politisch wächst der Handlungsdruck. Neben kurzfristigen Entlastungen fordert die Branche Investitionen in Infrastruktur und neue Risikoinstrumente. Für die aktuelle Dürre werden die kommenden Wochen entscheidend sein, heißt es seitens der LK-Spitze. Bleibt der Regen aus, drohen Ernteausfälle und strukturelle Folgen für die Landwirtschaft im Land.

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Der Artikel wurde zuletzt am 12.05.2026 aktualisiert.

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