Hunderte Bäuerinnen und Bauern aus ganz Niederösterreich folgten am Wochenende der Einladung zur traditionellen Bauernbundwallfahrt nach Mariazell. Mehr als 200 Fußwallfahrer wurden am Samstag von Superior Michael Staberl herzlich empfangen und musikalisch von der Stadtkapelle Mariazell willkommen geheißen. Auf vier verschiedenen Strecken hatten sie sich auf den Weg gemacht, um gemeinsam an einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Österreichs einzutreffen. Am Abend stand die Wallfahrermesse in der Basilika auf dem Programm. Sie wurde vom Chor der Landjugend Bezirk Herzogenburg feierlich gestaltet und von Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger vom Prämonstratenserstift Geras gemeinsam mit Superior Staberl zelebriert. Im Anschluss zogen die Gläubigen in einer Lichterprozession durch den Ort.
Der Sonntag bildete den Höhepunkt der Wallfahrt. Abt Pius Maurer vom Zisterzienserstift Lilienfeld zelebrierte die Pontifikalmesse in der Basilika. „Wertschätzung ist ein zentrales Gut – gegenüber Lebensmitteln, gegenüber den Bauern, aber auch im alltäglichen Miteinander. In einer Zeit, in der negative Nachrichten und weltpolitische Krisen oft eine bedrückende Atmosphäre erzeugen und eine Negativspirale des Jammerns befeuern, braucht es umso mehr Mut, Hoffnung und Zuversicht“, so Abt Pius in seiner Predigt. Für die musikalische Umrahmung sorgten der Scheibbser Bäuerinnenchor und die Stubenmusi „ReinSortig“. Im Anschluss wurde zur Agape geladen, bei der die Trachtenkapelle Lengenfeld, die Landjugend Niederösterreich und die Bäuerinnen des Bezirkes Scheibbs ein buntes Programm für Jung und Alt boten.
„Wertschätzung“ als Jahresmotto
In seiner Ansprache ging Bauernbund-Obmann und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf besonders auf das heurige Wallfahrtsmotto „Wertschätzung“ ein. „Aus Liebe zum Land stehen wir jeden Tag auf, tragen Verantwortung und führen unser Land gemeinsam durch alle Stürme. Diese Wallfahrt ist eine Kraftquelle und ein Ort der Dankbarkeit für unsere Heimat und für alles, was wir gemeinsam aufgebaut haben. Jetzt ist es an uns, unsere Zukunft mit Mut zu gestalten“, betonte Pernkopf.
Einen besonderen Schwerpunkt legte er auf die Ereignisse rund um das verheerende Hochwasser vor einem Jahr. Pernkopf dankte den Feuerwehren, dem Bundesheer und allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die in den schweren Tagen gezeigt hätten, was es heißt, füreinander da zu sein: „Sie haben uns allen, dem ganzen Land, ein Beispiel gelebter Solidarität gegeben.“
Auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Landwirtschaft unterstrichen mit ihrer Teilnahme die Bedeutung der Wallfahrt. Unter ihnen Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Bauernbund-Präsident Georg Strasser, LK-Präsident Johannes Schmuckenschlager, Landesrat Ludwig Schleritzko, EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber und Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll mit seiner Gattin Sissy sowie weitere führende Persönlichkeiten der Agrarpolitik.
Blick auf 120 Jahre Bauernbund und das große Jubiläum 2026
Die Bauernbundwallfahrt hat nicht nur eine religiöse, sondern auch eine historische Dimension. Während ihrer KZ-Gefangenschaft legten Leopold Figl und Josef Reither das Versprechen ab, nach der Befreiung Österreichs gemeinsam mit den Bauern nach Mariazell zu pilgern. Dieses Gelöbnis wurde nach 1945 eingelöst und seitdem Jahr für Jahr weitergetragen.
Das kommende Jahr steht zudem im Zeichen eines weiteren Jubiläums: Der NÖ Bauernbund feiert sein 120-jähriges Bestehen. „Unsere Tradition ist stark, unsere Gegenwart herausfordernd, unsere Zukunft liegt in unseren Händen. Wir arbeiten nicht für schnellen Applaus, sondern für die Menschen, die in diesem Land leben“, unterstrich Pernkopf.
Mit Blick nach vorne lud er die Gemeinschaft ein, sich bereits den Termin für das nächste große Jubiläum vorzumerken: Am 19. und 20. September 2026 wird das historische Versprechen von Figl und Reither zum 80. Mal eingelöst – ein lebendiges Zeichen von Glaube, Heimatliebe und Zusammenhalt.
Am Samstagnachmittag erreichten mehr als 200 Fußwallfahrer ihr Ziel in Mariazell.
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Ein Höhepunkt der Bauernbundwallfahrt ist jedes Jahr die feierliche Lichterprozession.
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Die Bauernbundwallfahrt vereinte zahlreiche Ehrengäste aus Kirche, Politik und Landwirtschaft.
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In seiner Wallfahreransprache betonte Stephan Pernkopf das heurige Motto „Wertschätzung“.
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Für die kulinarische Stärkung bei der Agape waren die Scheibbser Bäuerinnen verantwortlich.
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Der Chor der Landjugend Herzogenburg gestaltete musikalisch die Wallfahrermesse am Samstag.
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Der Einzug der Fahnen und Standarten setzte den Auftakt zur Feier der Heiligen Messe.
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Für feierliche Klänge bei der Pontifikalmesse sorgte unter anderem die Stubenmusik „ReinSortig“.
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Bis auf den letzten Platz gefüllt stellte sich die Basilika bei der Pontifikalmesse am Sonntag dar.
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