Milchmarkt September '25: Insel der Seligen?

Auf den für heimische Molkereien essenziellen Absatzmärkten in Deutschland und Norditalien purzeln die Kursnotierungen für Milch und Milchprodukte. Die Erzeugermilchpreise hierzulande zeigen sich davon immer noch unbeeindruckt.

4 blaue LKW mit Milch fahren hintereinander auf der Autobahn in einer herbstlichen Landschaft

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Der Erzeugermilchpreis verharrt auf hohem Niveau. So fassen die Marktexperten der AMA dieser Tage die Situation am österreichischen Milchmarkt Stand August zusammen. Tatsächlich konnte der Bauernmilchpreis im vergangenen Monat im Mittel nochmals um 0,63 Cent je Kilogramm zulegen.

Die hiesigen Molkereien und Sennereien zahlten ihren Lieferanten im Durchschnitt aller Qualitäten, Milchsorten und Inhaltsstoffe 57,04 Cent pro Kilogramm GVO-freie Rohmilch. „Der Erzeugermilchpreis konnte zum wiederholten Mal das hohe Preisniveau halten“, resümieren die AMA-Analysten. Für Biomilch erhielten die Milchlieferanten 63,12 Cent je Kilogramm, für Heumilch 58,66 Cent und für Bio-Heumilch 68,73 Cent. Im Vorjahresvergleich fällt der mittlere Milchpreis um 7,70 Cent höher aus, 2015 lag er im August bei lediglich 32,05 Cent.

Minus 7 Prozent in Kempten

Gänzlich anders stellt sich die Situation derzeit in Süddeutschland dar. Der vom Institut für Ernährungswirtschaft (ife) herausgegebene Kieler Rohstoffwert verlor im September deutlich an Halt. Die auf Basis der Notierungswerte von Butter und Magermilchpulver an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse Kempten errechnete Maßzahl kam im September bei 44,5 Cent je Kilogramm Milch (ab Hof, 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß) zu liegen. Damit brachte die Verwertung von Milch im Süden Deutschlands um 3,4 Cent oder 7 Prozent weniger ein als im August. Im Vorjahresvergleich ist das Minus mit 17,1 Prozent sogar zweistellig.

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Den ife-Berechnungen zufolge wird damit der niedrigste Stand seit Mai 2024 erreicht. Von den positiven Impulsen des Jahres 2024 – mit einem Plus von 12,6 Cent pro Kilogramm binnen sechs Monaten – bleibt demnach in Deutschland nicht mehr viel übrig. Im Herbst letzten Jahres hatte sich die Situation am Rohstoffmarkt in einer knappen Verfügbarkeit sehr stark angespannt. „Die Kurse für Milchfett nahmen ein historisch hohes Niveau ein“, informieren die deutschen Analysten. Derzeit sei die Entwicklung gegenläufig, sowohl die Verwertung von Fett als auch Eiweiß bringe deutlich weniger ein.

Rückgang in Verona

Ähnliches ist auch in Norditalien zu beobachten. Die Notierung für Tankmilch aus Österreich (3,6 % Fett, pasteurisiert) in Verona büßte im September gut 10 Cent ein. Am Montag kam sie für Lieferungen frei Molkerei in Norditalien bei nur noch 49,49 bis 51,55 Cent pro Liter zu liegen. Damit nähern sich die Marktpreise im Süden zunehmend dem Niveau von 2023 an. Die rekordverdächtigen Preise von 2024 jenseits der 65 Cent rücken in weite Ferne. Die AMA-Fachleute gehen nichtsdestotrotz auch im September von leicht steigenden Erzeugerpreisen für Österreichs Bauern aus. Im Mittel soll dieser 57,50 Cent betragen haben. Und das trotz faktischem Anlieferungsplus von zuletzt 4 Prozent.

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