Hände halten ein schwarzes Lederportemonnaie mit mehreren Euroscheinen, darunter 100- und 20-Euro-Scheine.

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Inflation verliert an Tempo: Kleine Entlastung im Sommer

Die Teuerung in Österreich ist im Juni auf 3,2 Prozent gesunken. Vor allem günstigere Treibstoffe und ein deutlich schwächerer Preisanstieg bei Heizöl sorgen für Entspannung. Doch trotz der positiven Entwicklung bleibt das Leben teuer.

Die Inflation in Österreich ist im Juni 2026 auf 3,2 Prozent zurückgegangen. Im Mai hatte die Teuerungsrate noch bei 3,7 Prozent gelegen. Das geht aus den am 17. Juli veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria hervor. Im Vergleich zum Vormonat blieb das durchschnittliche Preisniveau im Juni unverändert. Verantwortlich für den Rückgang der Inflation war insbesondere der deutlich geringere Preisauftrieb bei Treibstoffen und Heizöl. Auch Nahrungsmittel verteuerten sich weniger stark als zuletzt. „Den Hauptbeitrag zur Gesamtinflation lieferten nach wie vor die Dienstleistungspreise, die im Juni erneut überdurchschnittlich gestiegen sind“, wird Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria, in einer Presseaussendung zitiert.

Treibstoffe und Heizöl verteuern sich langsamer

Der Bereich Verkehr blieb laut Statistik Austria auch im Juni der wichtigste Inflationstreiber. Die Preise stiegen hier im Jahresvergleich um 6,5 Prozent. Im Mai hatte der Anstieg noch 8,8 Prozent betragen. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die Treibstoffpreise. Diese lagen im Juni um 16,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, nachdem im Mai noch ein Plus von 26,5 Prozent verzeichnet worden war. Gleichzeitig gingen die Preise für gebrauchte Kraftfahrzeuge leicht zurück, während sich neue Pkw und Reparaturen privater Verkehrsmittel weiterhin verteuerten.

Deutlich teurer wurden hingegen Flugtickets. Sie kosteten im Juni durchschnittlich 22,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, heißt es in der Presseaussendung. Auch bei den Haushaltsenergien schwächte sich der Preisanstieg ab. Vor allem Heizöl trug dazu bei: Die Preise lagen zwar weiterhin um 32,6 Prozent über dem Vorjahreswert, im Mai hatte der Anstieg allerdings noch 53,7 Prozent betragen.

Strompreise wirken weiterhin dämpfend

Die Preise im Bereich Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe stiegen im Juni um durchschnittlich 3,0 Prozent und damit etwas schwächer als im Vormonat. Preisdämpfend wirkten erneut die Strompreise, die im Jahresvergleich um 10,2 Prozent zurückgingen. Hintergrund sind unter anderem die seit Jänner 2026 geltenden Reduzierungen bei der Elektrizitätsabgabe und dem Erneuerbaren-Förderbeitrag. Zudem wurden im Frühjahr ein Sozialtarif für bestimmte Haushalte sowie ein zeitlich begrenzter Sommer-Netztarif eingeführt, wie Statistik Austria mitteilt. Die Mieten einschließlich Neuvermietungen erhöhten sich im Juni um 5,0 Prozent und blieben damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Mai.

Lebensmittel verteuern sich „nur“ moderat

Für viele bäuerliche Familienbetriebe ist auch die Entwicklung der Lebensmittelpreise von Interesse. Diese stiegen im Juni im Jahresvergleich um 1,5 Prozent und damit deutlich schwächer als noch im Mai. Die Preise für Fleisch erhöhten sich um 2,6 Prozent, Milch und Eier verteuerten sich um 1,5 Prozent. Bei Obst lag der Preisanstieg bei 2,9 Prozent, während Gemüse im Jahresvergleich unverändert blieb. Speisefette und -öle verbilligten sich hingegen um 11,2 Prozent. Auch Kaffee wurde im Vergleich zum Vorjahr geringfügig günstiger, heißt es in der Presseaussendung. Interessant sei zudem der Blick auf den sogenannten Mikrowarenkorb der Statistik Austria, der den täglichen Einkauf abbildet. Dieser blieb im Juni im Jahresvergleich unverändert. Der Miniwarenkorb, der zusätzlich Dienstleistungen und Treibstoffe umfasst, verteuerte sich hingegen um 3,7 Prozent.

Österreich über dem EU-Durchschnitt

Im europäischen Vergleich liegt Österreich weiterhin über dem Durchschnitt. Die Inflationsrate im Euroraum betrug im Juni 2,8 Prozent, in der Europäischen Union 2,9 Prozent. Im Mai lagen die Werte noch bei 3,2 beziehungsweise 3,3 Prozent. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der EU-weit vergleichbar ist, lag in Österreich ebenfalls bei 3,2 Prozent. Damit entsprach die harmonisierte Inflationsrate jener des nationalen Verbraucherpreisindex, wie Statistik Austria in der Presseaussendung festhält.

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