Erntedank

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Almabtrieb, Keller und Feld – Regionale Gesichter des Dankes

Erntedank ist mehr als ein Sonntag im Kirchenjahr. Vom geschmückten Vieh im Gebirge bis zur Weinlese und Obsternte in den Ebenen: Österreich feiert regional und verknüpft Brauchtum und bäuerliche Arbeit.

In den Alpenregionen wird der erfolgreiche Almsommer mit dem Almabtrieb sichtbar. Das Vieh kehrt, meist prächtig geschmückt, ins Tal zurück. Der Kopfschmuck aus Blumen, Bändern, Tannengrün, Spiegeln und Glocken deutet Freude und Dankbarkeit an und knüpft an den Glauben, dass Schmuck und Klang Schutz bieten sollen. Feste in den Tälern empfangen Tiere und Menschen mit Musik und regionaler Küche; zugleich geben Bäuerinnen und Bauern Einblick in die Berglandwirtschaft.

Parallel dazu feiern die Pfarreien im Flach- und Hügelland Erntedank mit Prozessionen, Erntegaben und der Segnung. Viele Gemeinden pflegen feste Termine im Laufe des Herbstes. Örtliche Bräuche, vom Umzug bis zur Wallfahrt, setzen dabei eigene Akzente. Die Erntekrone führt den Zug an oder wird im Altarraum aufgehängt. So verbindet sich liturgische Feier mit der landwirtschaftlichen Jahresarbeit- unabhängig davon, ob Getreide, Obst oder Gemüse den Betrieb prägen.

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In vielen Orten wird eine traditionelle Erntedank-Prozession abgehalten.

Die Erntekrone als verdichtetes Symbol

Kaum ein sichtbares Zeichen ist so eng mit Erntedank verbunden wie die Erntekrone. Sie wird in vielen Orten aus dem „letzten Schnitt“ von Getreideähren, häufig Weizen, Roggen, Gerste und Hafer gebunden und in einer Prozession zur Kirche getragen. Ihre Form und das Binden gehen auf überlieferte Bräuche zurück, die in Österreich seit dem 18. Jahrhundert belegt sind. Die Krone steht am oder über dem Altar, wird gesegnet und erinnert an Kreislauf, Fülle und die Arbeit vieler Hände.

Keller und Presse: Wenn die Lese beginnt

Mit dem Herbst startet in den Weinbaugebieten, wie Niederösterreich oder Burgenland die Lese. Tag und Nacht wird in den Weingärten beziehungsweise in den Kellern gearbeitet. Die Winzer hoffen auf trockenes, stabiles Wetter, damit die Ernte rasch, stressfrei und ohne Probleme eingebracht werden kann. Die Traubenlese erfolgt noch vielerorts per Hand oder in größeren Betrieben mittels Lesemaschinen.

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Am Wiener Heldenplatz wurde wieder Erntedank gefeiert

Vom Kirchenplatz auf den Heldenplatz

Das „ernte.dank.festival.“ am Wiener Heldenplatz hat sich zum großen Schaufenster der Land- und Forstwirtschaft entwickelt. Unter freiem Himmel treffen Besucherinnen und Besucher auf Maschinen, Direktvermarkter, Verbände und Regionen: Ein Angebot, das Tradition, Technik und Dialog verbindet. Das Event versteht sich als Fest der Vielfalt und findet jährlich im frühen Herbst statt; Regionen wie das Weinviertel nutzen es, um Produkte und Betriebe zu präsentieren.

Brauchtum pflegen, Zukunft denken

Ob Almabtrieb, Erntekrone oder Weinlese: Erntedank schafft Anlässe, bäuerliche Arbeit sichtbar zu machen und den Blick nach vorn zu richten. Viele Pfarreien und Regionen nutzen die Feiern, um über Herausforderungen zu sprechen, von Witterungsrisiken bis zur Vermarktung. Zugleich tragen die Formen, beispielsweise vom Glockenton am Berg bis zur Krone im Kirchenschiff, die Erfahrung, dass Landwirtschaft Gemeindeleben prägt. Indem Höfe, Vereine und Pfarreien zusammenarbeiten, bleibt das Fest lebendig und anschlussfähig, quer durch Österreichs Landschaften.

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