elektrisches Achssystem

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Die besten Innovationen der Zulieferer

Im Rahmen der Agritechnica, der Weltleitmesse für Landtechnik, verleiht die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) die „Systems & Components Trophy – Engineers’ Choice“. Jetzt hat sie die drei Gewinner bekannt gegeben.

Mit der Trophy werden innovative Systeme und Komponenten mit neuen oder deutlich verbesserten Konzepten ausgezeichnet, die wesentlich zur Entwicklung und Realisation von Produkten, beziehungsweise neuen oder verbesserten Verfahren beitragen können. Die LDG würdigt damit den hohen Stellenwert und die Innovationskraft der Zuliefererindustrie für die Landtechnik.

Bereits im September dieses Jahres hatte eine Expertenjury aus insgesamt 41 Einreichungen eine Shortlist von 16 nominierten Innovationen erstellt. Nun wurden die Gewinner der Trophy in einer zweiten Runde von den Entwicklungsingenieurinnen und -ingenieuren der auf der Agritechnica ausstellenden Landmaschinenhersteller gewählt. Hier die drei Gewinner im Überblick.

Flexibler Robotergreifarm

Hochpräzise und wiederkehrende Aufgaben wie das Hacken von Unkraut oder die Obsternte sind oft körperlich anstrengend und werden bis heute häufig mit hohem Arbeitskräfteeinsatz von Hand erledigt. Mit dem ReBeL Cobot hat igus nun einen nur acht Kilogramm leichten Gelenkarmroboter vorgestellt, der dank seiner einfachen Bedienung und seines niedrigen Preises den Einstieg in die Automatisierung in der Landwirtschaft einfacher und zugänglicher machen soll. Er ist für Aufgaben wie Obsternte, Aussaat oder Indoor-Farming konzipiert. Je nach Anwendung kann der Roboterarm mit verschiedenen Sensoren wie Kameras oder Arbeitswerkzeugen ausgestattet werden. Hervorgehoben wird auch die einfache, nutzerfreundliche und praxisorientierte Programmierungsmöglichkeit. Über eine kosten- und lizenzfreie Software-Testumgebung kann der Anwender den Einsatz testen und so bereits vor dem Kauf herausfinden, ob der geplante Einsatz mit dem ReBeL Cobot realisiert werden kann.

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Robotergreifarm ReBeL Cobot von igus

Ein Radargerät, das mehr erkennt

Je weiter die technische Entwicklung voranschreitet, desto mehr Sensoren kommen in Landmaschinen und Traktoren zum Einsatz, um deren Steuerung zu verbessern. Das RadX-Radargerät von Mach verwendet eine Reihe einzeln gesteuerter Antennenelemente, wobei Richtung und Eigenschaften des Radarstrahls präzise steuerbar sein sollen.  RadX soll in der Lage sein, zwischen Boden, Ernterückständen und Vegetation zu unterscheiden und gleichzeitig die Geländeoberfläche zu kartieren. Das macht den Sensor besonders interessant für die Anwendung bei der Tiefenkontrolle von Bodenbearbeitungs-, Pflanz, und Sämaschinen sowie in der Geländeführung von Mähdrescher-Erntevorsätzen. Auch eine Bewertung der Arbeitsqualität hinter dem Gerät ist denkbar.

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Das RadX-Radargerät von Mach

Neues elektrisches Achssystem

In aktuellen Elektrotraktoren wurde in der Regel der Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor mit Untersetzungsgetriebe ersetzt, ohne den bekannten hydrostatischen Power-Split-CVT-Antriebsstrang anzutasten. Der elektrische TerraDrive (eTD) von ZF Friedrichshafen verfolgt einen anderen, neuen Ansatz: Das modulare, integrierte elektrische Achssystem vereint Traktion, Zapfwelle und Hydraulik in einer kompakten Bauweise für Traktoren bis zu 100 kW. Damit soll nicht nur ein emissionsfreier Betrieb ohne Leistungseinbußen ermöglicht werden, sondern es können auch zentrale Getriebe, hydrostatische Einheiten, Kupplungen und Hydrauliksysteme zum Teil entfallen bzw. werden sie durch einen doppelten elektrischen Antriebsstrang mit Energierückgewinnung und optimierter Bauweise ersetzt. Durch den Wechsel im konstruktiven Grundkonzept entsteht Platz für Batterien oder Wasserstofftanks, was die Reichweite und Betriebszeit entsprechend erhöhen kann.