Kurzfristig erwartet die Tourismusbranche einen Anstieg bei den österreichischen Gästen. Gerade für bäuerliche Vermieter sieht Ministerin Köstinger große Chancen: „Egal ob Ferienwohnung oder Zimmer: Auf Bauernhöfen sind weniger Gäste als etwa in Hotels, das Platzangebot ist größer. Damit sind die besten Voraussetzungen gegeben, damit die Abstandsregeln eingehalten werden und eine Ansteckung mit dem Virus nahezu ausgeschlossen werden kann.“ Nach dem Lockdown bestehe jetzt bei vielen ein noch größeres Bedürfnis nach Bewegung in der freien Natur. „Mit ihren bestehenden Erlebnisangeboten haben gerade Urlaub am Bauernhof-Betriebe die perfekte Antwort darauf“, so Köstinger.

Hoffen auf Grenzöffnungen und ausländische Gäste

Von der Öffnung der Grenzen für Urlauber ab 15. Juni nach Deutschland verspricht sich Köstinger weiteren Aufschwung, kommen doch traditionell 60 Prozent der Gäste auf Österreichs Bauernhöfen aus diesem Nachbarland. Bei einer weiteren positiven Entwicklung der Infektionszahlen hofft die Ministerin zudem in diesem Sommer auf Gäste aus den Niederlanden und Dänemark.

„Das abrupte Ende der Wintersaison bereits Mitte März hat auch die bäuerlichen Vermieter hart getroffen“, berichtete Urlaub am Bauernhof-Bundesobmann Johann Hörtnagl. Und laut einer Erhebung in den westlichen Bundesländern betrage der Umsatzausfall seit Anfang März durchschnittlich rund 10.000 Euro. Um die Betriebe nun beim schwierigen Neustart zu unterstützen, werbe der Bundesverband Urlaub am Bauernhof derzeit aktiv um den Inlandsgast. „In den ersten beiden Wochen nach Start der Werbekampage haben wir rund 8.000 konkrete Gästeanfragen erhalten. Das zeigt das außergewöhnliche Interesse an unseren Angeboten“, so Hörtnagl, der auch Chancen sieht, neue Gästeschichten als künftige Stammgäste zu gewinnen. Nicht zuletzt, weil längerfristig auch die Klimakrise das Reiseverhalten der Menschen beeinflussen werde und längerfristig der Trend zu Urlauben in näheren Destinationen gehe.

Derzeit gelte es aber die aktuellen Herausforderungen zu meistern. „Die Gäste wollen in erster Linie einen erholsamen Sommerurlaub genießen und sich keine Sorgen um ihre Gesundheit machen müssen.“ Hörtnagl rät den Betrieben, „möglichst früh und viel mit den Gästen zu kommunizieren“ und über Verhaltensrichtlinien am Hof zu informieren. Der Verband Urlaub am Bauernhof selbst habe in Zeiten des Lockdowns den Kontakt zu seinen Mitgliedern genauso gehalten wie zu den Gästen und auch Marketingmaßnahmen für den Wiederaufbau nach der Intensivphase geplant. „Wir unterstütze die Vermieterinnen und Vermieter darüber hinaus mit Informationen und Empfehlungen bei ihren betrieblichen Entscheidungen.“

Eine Unterstützung, die auch Familie Gruber-Ellinger in Haag im Mostviertel, Niederösterreich, nicht missen möchte. In ihrem schmucken Vierkanter-Hof stehen drei Ferienwohnungen bereit. Sie sind für den kommenden Sommer fast ausgebucht. Elisabeth Gruber-Ellinger ist überzeugt: „Es ist die Nähe zu unseren Gästen, die diese schätzen und den Bauernhof-Urlaub zum besonderen Erlebnis machen.“ Diese Nähe trotz der geltenden Abstandsregeln aufrecht zu erhalten, sei in den kommenden Monaten die größte Herausforderung, der man sich gerne stelle, „weil wir gerne unseren Gästen eine unvergessliche Zeit bereiten möchten.“

Eva Riegler

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  • Koestinger Hoertnagl: BMNT/Paul Gruber
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