Maskenpflicht und Mindestabstand in einem gut besuchten Supermarkt einzuhalten ist lästig – aber notwendig. 58 % der Österreicher empfinden das Einkaufen derzeit als unangenehm und begründen dies mit besagten Corona-Schutzmaßnahmen. Vor allem junge Personen und Eltern kleiner Kinder bewerten das Einkaufen im Handel derzeit als besonders stressig. Der Einkauf im Internet nimmt zwar zu befriedigt laut den Befragten aber nicht alle Bedürfnisse. Den Jungen fehlt dabei das echte Einkaufserlebnis. Das sind die Ergebnisse der jüngsten Gallup-Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Handel. Gallup fragte im September und Anfang Oktober 1.000 Personen in Österreich nach ihrem Einkaufsverhalten. 

Österreichische Herkunft

Das Forschungsinstitut sieht drei Entwicklungen, die sich seit dem ersten Lockdown im März und April dieses Jahres als stabil erwiesen. Das ist erstens der Trend zu heimischen sowie regional produzierten produkten. Lebensmittel aus Österreich sind dabei weiterhin im Aufwind. Dieser Trend zeigte sich bereits im ersten Lockdown. In den vergangenen Monaten hat diese Entwicklung weiteren Aufschwung erfahren: Laut der Studie geben 75 % der Konsumentinnen und Konsumenten an, in zukufnt vermehrt in der Region erzeugte Produkte kaufen zu wollen. 70 % haben vor, öfter bei österreichischen Unternehmen einzukaufen. 

Corona-Genügsamkeit 

Zweitens stellten die Studienautoren eine gewisse Form der „Corona-Genügsamkeit“ fest. „Eine geringere Produktauswahl oder reduzierte Öffnungszeiten werden akzeptiert“, sagte dazu die Leiterin des Österreichischen Gallup Instituts, Dr. Andrea Fronaschütz. 

Alternative Quellen 

Die dritte Entwicklung weist einen gestiegenen Online-Handel aus: Der Einkauf im Internet wird immer populärer. 25 % der Befragen gaben in der aktuellen Studie an, in Zukunft mehr im Internet einkaufen zu wollen. Im April sagten dies 14 % Befragten. Vor allem Haushalte mit Kindern wollen diese Einkaufsquelle deutlich stärker nutzen (34 %). Diese Ergebnisse gelten für den gesamten Einzelhandel. 

Die Suche nach alternativen Einkaufsmöglichkeiten nahm aber auch im Lebensmittelhandel zu. Laut Daten der rollierenden Agrarmarktanalyse der AMA (RollAMA) stiegen auch hier im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum alternative Einkaufsquellen um +27,9 %, das betraf allerdings weniger den Online-Handel als vielmehr den Einkauf beim Fleischhauer, ab HofVerkäufe und Bauernmärkte. 

Eine zusätzlich gute Nachricht für alle stationären Händler: Während 45 % der Bevölkerung im Alltag Angst vor Ansteckung haben, sehen nur 17  % der Befragten ein Ansteckungsrisiko beim Einkaufen. Fronaschütz: „Wir haben uns notgedrungen mit den neuen Umständen arrangiert und holen uns über den täglichen Einkauf so etwas wie ein Stück Normalität.“ (E.Z.)

- Bildquellen -

  • Woman With Protective Mask And Gloves Shopping In Supermarket During COVID 19 Pandemic Or Corona Virus. Protect Yourself Against Highly Contagious Coronavirus.: stock.adobe.com – littlewolf1989
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