Was wir jetzt brauchen. Und was nicht.

Kommentar von Claus Reitan,
Journalist.

Corona und die Folgen lähmen sowohl Wirtschaft als auch Gesellschaft. Das ist eine ökonomische und eine soziale Katastrophe. Die Kassen sind knapp, die Nerven angespannt. Alle haben genug zu tun, um den Alltag zu meistern und ihre Arbeit zu leisten. In Büros und Fabriken, auf Höfen und in Heimen.
Doch jetzt kommt Hoffnung auf. Die strikten Verbote werden gelockert, soziale Kontakte langsam wieder möglich. Damit kehrt etwas in die Politik zurück, was uns überhaupt nicht gefehlt hat: Streit, Aufgeregtheit, Attacken, moralische Urteile, dazu die üblichen Intrigen gegen Führungspersonal, wie etwa in der SPÖ. Es muss weiterhin möglich und zulässig sein, Kritik zu üben, an Entscheidungen oder Vorgangsweisen. Vielleicht ist die Corona-Pandemie in ihrem Ausmaß letztlich nicht so riskant und tödlich, wie anfänglich angenommen. Vielleicht wären wir mit weniger strengen Maßnahmen und Auflagen ausgekommen als den getroffenen. Darüber muss und darf man reden können.
Aber die Lage ist schwierig, Lösungen liegen nicht einfach auf dem Tisch. Es ist viel zu tun. Gesetze müssen klarer sein, Förderungen verständlich, die Verwaltung einfach. Politik in Österreich und in Europa hat eine lange Liste an Erledigungen auf ihren Tischen. Wir wollen nicht hören, was ein Politiker über den anderen denkt. Aber wir hören gerne die Vorschläge, wie unser Leben wieder in geordnete Bahnen kommt. Davon können wir gar nicht genug kriegen.

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