Vier-Länder-Treffen der deutschsprachigen Bäuerinnen

In herausfordernden Zeiten, wie der aktuellen Corona-Pandemie, ist es für die Bäuerinnen- und Landfrauenorganisationen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol nach eigenen Angaben wichtig, Schwerpunkte, die sie in ihrer Arbeit verfolgen, nicht aus den Augen zu verlieren. Wie das digitale Treffen der Vorsitzenden und Geschäftsführerinnen am 19. und 20. Oktober 2020 gezeigt hat, haben die Absagen der zahlreichen, über das ganze Jahr geplanten Veranstaltungen die Verbände “schmerzlich getroffen”. Zwar habe die erste Infektionswelle im Frühjahr die Einstellung der Gesellschaft für die regional und nachhaltig produzierende Landwirtschaft zum Positiven verändert. Nun gelte es aber, dieses Bewusstsein weiter zu erhalten, so die einhellige Meinung der vier beteiligten Verbände. Die faktenbasierte Kommunikation mit den Konsumentinnen und Konsumenten, mit Lehrkräften und Bildungsträgern sowie den Medien über den Mehrwert der Landwirtschaft war daher auch zentraler Schwerpunkt dieser zweitägigen Veranstaltung. Dabei standen nicht nur der Austausch von Ideen und Leuchtturmprojekten auf dem Programm, sondern ebenso Maßnahmen und Bildungsangebote, die die Bäuerinnen und Landfrauen für den Dialog mit der Gesellschaft einbringen.

 

“Die Digitalisierung zeigt uns viele neue Möglichkeiten auf, mit den Menschen in Kontakt zu bleiben und unsere Anliegen in der Bevölkerung kundzutun. Wichtig ist nun, dass wir trotz aller Herausforderungen weiterhin motiviert bleiben”, betonte Andrea Schwarzmann,Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen in der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, unter deren Vorsitz das Vier-Länder-Treffen 2020 stattfand. “Wir können den Dialog aber nur führen, wenn wir die notwendige Unterstützung erhalten und unsere Vorhaben der Bildungs- und Beratungsmaßnahmen in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik Eingang finden.”

Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv), macht sich dafür stark, “neben dem notwendigen faktenorientierten Dialog die Sachverhalte auch immer wieder aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und zu hinterfragen, um so die Möglichkeit zum Positionswechsel zu erhalten”.

Durch die eingeschränkten Möglichkeiten des persönlichen Zusammentreffens mit Konsumentinnen und Konsumenten in den vergangenen Monaten haben die Bäuerinnen- und Landfrauenverbände die Nutzung der sozialen Medien forciert. “In einem so kleinstrukturierten Land wie Südtirol es ist, lebt der Dialog Landwirtschaft und Gesellschaft vor allem durch den persönlichen Austausch und dem Erleben vor Ort (Hofbesuche, Bauernmärkte, verschiedene Veranstaltungen der einzelnen Bäuerinnen-Ortsgruppen, das Leben und Erleben von Bräuchen und Traditionen). Es ist wichtig, auch in Zeiten wie diesen auf diesen Beziehungen aufzubauen und die neuen digitalen Chancen zu nutzen. Unsere Arbeit ist in den letzten Monaten durch gute Öffentlichkeitsarbeit über die verschiedenen Kanäle, besonders über die sozialen Netzwerke, medial aufgeblüht”, so Antonia Egger, Landesbäuerin der Südtiroler Bäuerinnenorganisation.

Der Dialog mit der Bevölkerung ist ebenso für den Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) ein wichtiges Thema. “Unter der Vision ‘Wir, die Frauen vom Land. Gemeinsam. kompetent. engagiert.’ nehmen die Mitglieder des Verbandes und die Vereine in allen Landesteilen der Schweiz eine zentrale Rolle als Brücken-Bäuerinnen zwischen Stadt und Land sowie zwischen Produzent(inn)en und Konsument(inn)en ein. Dieser Dialog und Kontakt ist in den aktuellen landwirtschaftlichen Diskussionen über Wertschöpfungsstrategien und bei den bevorstehenden Abstimmungen über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln von entscheidender Bedeutung”, betonte Anne Challandes, Präsidentin des SBLV. 

- Bildquellen -

  • Schwarzmann: LKÖ/APA/Dietmar Mathis
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