Elisabeth Angerer, Assistentin der Forum-Land-Geschäftsführung

Es ist eine tragische und traurige Bilanz. Neun Personen kamen innerhalb von zwei Tagen bei Lawinenabgängen in Tirol und Vorarlberg ums Leben. Diese Nachricht erschüttert, macht aber auch nachdenklich. Seit Tagen wurde von den Lawinenexperten eindringlich davor gewarnt, Skitouren im freien Gelände zu unternehmen. Die Anzahl der ausgelösten Lawinenabgängezeigt deutlich, dass diese Warnungen von vielen ignoriert wurden.

Dieses Negieren von Expertenmeinungen scheint im Trend zu sein und betrifft nicht nur die Einschätzung der Lawinenwarnstufen. Menschen, die sich seit Jahren mit einer Materie befasssen, diese studiert haben und wirklich wissen, wovon sie sprechen, werden nicht ernst genommen. Teilweise sogar eher noch belächelt, deren Aussagen als „unnötige Panikmache“ abgetan.

Was noch erschreckender ist, dass genau diese Kritiker dafür den sogenannten selbsternannten Experten wesentlich mehr Glauben schenken und oftmals direkt ins Verderben laufen. Es kann schon sein, dass der Nachbar der Cousine einer ehemaligen Arbeitskollegin bei Stufe 3 einmal eine Skitour gewagt hat und es ist überhaupt nichts passiert. Ganz im Gegenteil – es war sogar eine überaus wunderbare Tour, weil ja nichts los war.

Trotzdem hätten vergangene Woche neun Menschenleben gerettet werden können, wenn man den Experten vertraut hätte. Das gilt meiner Meinung nach für alle Bereiche des Lebens. Natürlich soll und darf man Dinge kritisch hinterfragen, diskutieren und diesbezüglich auch Bedenken haben. Letzendlich stützen sich die Aussagen von Experten aber fast immer auf Fakten, die unwiderlegbar sind. Dazu gehört auch der Fakt, dass die meisten tödlichen Lawinenunfälle bei Warnstufe 3 passieren, was leider in der letzten Woche wieder traurige Gewissheit wurde.

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  • Alps 605287: Pixabay
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