Trockenheit, Borkenkäfer, Frost & Stürme machten 2017 den Landwirten in Österreich besonders zu schaffen

KeyQUEST Jahresrückblick 2017: Österreichs Landwirtschaft kämpft gegen Naturgewalten

Österreichweit mussten 2017 60 Prozent der Landwirte Trockenheitsschäden hinnehmen, ergab eine aktuelle Umfrage von KeyQUEST. Foto: agrarfoto.com

Auch wenn sich die Preise in wichtigen Produktionssparten wie Milch und Schwein im Vergleich zum Vorjahr deutlich gebessert haben, war 2017 für viele Landwirte dennoch ein sehr schwieriges Jahr. Hauptgrund dafür waren diverse Wetterkapriolen, die bei einer witterungsabhängigen Branche wie der Landwirtschaft direkt aufs Betriebsergebnis durchschlagen.

60% der Landwirte verzeichnen Ernteverluste durch Trockenheit

Quelle: KeyQUEST
Die Top-5-Schadenskategorien 2017. Grafik: KeyQUEST

Besonders die Trockenheit war 2017 für viele Landwirte ein Problem. Österreichweit mussten 60 Prozent (%) der Landwirte Trockenheitsschäden hinnehmen, ergab eine aktuelle Umfrage von KeyQUEST Marktforschung unter Österreichs Landwirten. Insgesamt führte die Trockenheit zu Ernteverluste im Ausmaß von 16%. Allerdings gab es deutliche regionale Unterschiede: Während in Westösterreich nur jeder fünfte Betrieb Einbußen verzeichnete, waren das Burgenland sowie Ober- und Niederösterreich besonders stark betroffen. In Oberösterreich mussten 76% der Landwirte trockenheitsbedingte Einbußen hinnehmen, im Osten sogar 80%.

Trockenheit traf Grünland, Äcker und Wald

Quelle: KeyQUEST
Räumliche Verteilung der Schäden durch Trockenheit: Grafik: KeyQUEST

Während die Trockenheit auf den Äckern und Wiesen zu geringeren Erntemengen führte, kam es in der Forstwirtschaft durch starken Borkenkäferbefall zu – ungewollt – großen Erntemengen und damit zu einem Preisverfall am Holzmarkt. So waren nicht weniger als 55% der bäuerlichen Waldbesitzer mit Borkenkäferbefall in ihrem Wald betroffen. Die größten Schäden gab es dabei in Oberösterreich: Hier hatten 68% der Landwirte mit Borkenkäferbefall zu kämpfen.

Studienleiter und KeyQUEST-Geschäftsführer Johannes Mayr erläutert die große Bandbreite der Trockenheitsschäden: „War es im Westen und Süden vor allem das Grünland, das durch die Trockenheit gelitten hat, verzeichneten die Ackerbauern in Ostösterreich massive Ernteeinbußen bei fast allen Kulturen, allen voran Weizen, Gerste und Mais. Aber auch in Oberösterreich kämpfte man an allen Fronten – vom Grünland bis zum Wald – mit Trockenheitsschäden.“

Frust mit Frost im Frühjahr

Vor der Trockenheit kam jedoch der Frost. Spätfröste im Frühjahr 2017 führten bei 31% der Landwirte zu Schäden. Besonders betroffen waren hier West- und Südösterreich (40% bzw. 35% verzeichneten hier Frostschäden). Im Osten (NÖ, Bgld.) verursachte der Frost bei 29% der Landwirte Schäden. Lediglich Oberösterreich kam hier mit 19 % vergleichsweise glimpflich davon.

Stürme setzten 23 % der Landwirte zu

Das Sturmtief HERWART noch nicht mitgerechnet kommen Schäden durch Sturm an 4. Stelle im Schadensranking der Landwirte: 23% waren bis zum Oktober 2017 von Sturmschäden betroffen. Nachdem die Landwirte noch vor Sturmtief HERWART befragt wurden, dürften die tatsächlichen Schäden durch Sturm noch deutlich höher ausfallen.

„In Summe ein schwieriges Jahr 2017 für die Landwirtschaft in Österreich – zumindest was die Naturgewalten betrifft und die doch beträchtlichen Einkommensverluste dadurch“, zieht Johannes Mayr Bilanz.

- Bildquellen -

  • 2017.12: KeyQUEST
  • 2017 12 1: KeyQUEST
  • Boden Ausgetrocknet ID84234: agrarfoto.com
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