Strasser sieht Potenzial für Windkraft im Wald

In der Windheimat: Karl Dissauer, Bauernbund-Obmann und Waldbauer; Hellfried Hainzl, Gründer der Windheimat; Michael Hainzl, Geschäftsführer der Windheimat; Georg Strasser, Bauernbund-Präsident; Georg Mattersberger, Leobner Realgemeinschaft; Maria Hainzl

Bei der Suche nach geeigneten Standorten für die Windenergienutzung rücken laut Bauernbund zunehmend auch Waldflächen in den Fokus. In den Mittelgebirgsregionen, wo der Wald vielfach für forstwirtschaftliche Zwecke genutzt wird, gibt es für die Windenergieerzeugung passende Standorte. „Die Kombination aus Wald- und Windnutzung kann für Waldbauern ein attraktives Einkommensmodell und eine Chance zur Diversifizierung sein“, argumentiert Bauernbund-Präsident Abg. z. NR Georg Strasser anlässlich einer Windparkbesichtigung im steirischen Mürztal.

„Wir müssen uns intensiver damit auseinandersetzen, welcher Zentimeter Boden wie genutzt werden soll. Geht es um einen Beitrag zum Klimaschutz, so können wir bei Waldstandorten gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen. Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald bindet einerseits viel CO2, andererseits sind Bäume essentielle Lieferanten für Erneuerbare Energien und Baustoffe“, erklärt Strasser. Zudem sieht er in der Ausweitung der Windenergieproduktion großes Potenzial für Waldbauern. „Bauernfamilien können zusätzliches Einkommen generieren. Etwa durch die Verpachtung der Waldfläche, durch eine direkte Beteiligung an Windkraftanlagen oder als Dienstleister für Schneeräumarbeiten rund um alpine Standorte“, will Strasser die ökonomischen Vorteile der Energiewende für die Land- und Forstwirtschaft künftig nutzen und fügt hinzu: „Gerade in Regionen, wo der Borkenkäfer großräumig Waldflächen verwüstet, darf es keine Denkverbote geben. Windkraft ist durchaus eine Option.“

Die regionale Verteilung spielt bei der Standortwahl eine Rolle: „Regionen mit hohen Waldanteilen können durch die Windenergienutzung auf forstwirtschaftlich genutzten Flächen ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Forstflächen sind meist unbesiedelt, die Funktionen des Waldes bleiben weitestgehend erhalten“, plädiert Strasser für ein gutes Miteinander von Waldbauern, Umwelt und Bevölkerung. Im Zuge von Windparkerrichtungen werden beispielsweise auch ökologische Ausgleichsflächen oder Angebote für touristische Freizeitnutzer geschaffen.

Klimaziele: Die Forstwirtschaft kann liefern

Wie alle andere Sektoren muss auch die Land- und Forstwirtschaft – als vom Klimawandel am stärksten betroffener Sektor – neue Maßnahmen zum Schutz des Klimas ergreifen und so rasch wie möglich auf Erneuerbare Energien umstellen. „Unser Ziel ist eine hoch modernisierte Land- und Forstwirtschaft, die als erster Wirtschaftszweig auf Erdöl verzichten kann. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten der regionalen Wertschöpfung. Eine harmonische Kombination aus Windenergie und nachhaltiger Waldbewirtschaftung ist dabei nur eine von vielen Optionen“, schließt Strasser.

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  • Wind 9: Pototschnig
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