Silofolie für Sägerundholz: Pilotprojekt soll Waldbauern helfen

Sägerundholz ohne Qualitätsverluste lagern zu können, ist das Ziel eines Projektes, das nun im Bezirk Rohrbach gestartet worden ist. Versucht wird das mittels herkömmlicher Silofolie. Parallel dazu soll auch mit dem vermehrten Einsatz von Insektenschutznetzen die Käferpopulation eingedämmt werden.

Michael Hackl, Johannes Wall, Christian Lamberg, Georg Ecker und Franz Kepplinger (v.l.)

Not macht erfinderisch: Das wird auch durch jenes Leader-Projekt bewiesen, mit dem unter dem Titel „Waldschutzaktion Donau Böhmerwald“ Waldbesitzern geholfen werden soll. Der Bezirk Rohrbach ist ein Paradebeispiel einer dramatischen Situation im Forstbereich: Aufgrund massiver Trockenheit sind in den vergangenen vier Jahren viele Fichtenbestände dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen, zusätzlich sind im Februar durch einen Sturm etwa 30.000 Festmeter Sägerundholz angefallen. Dann kamen zum ohnehin bereits überlasteten Holzmarkt noch Absatzschwierigkeiten durch die Corona-Krise hinzu.

Luftdicht verpackt in herkömmlicher Silofolie

Projektziel ist es, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem Sägerundholz in herkömmliche Silofolie luftdicht eingeschlossen werden und somit mindestens ein Jahr ohne Qualitätsverluste gelagert werden kann. „Das Holz hört dadurch auf zu atmen. So soll der Wert des Holzes erhalten bleiben“, sagt Georg Ecker, Bauernbund-Bezirksobmann in Rohrbach. Ebenso soll versucht werden, frisch befallenes Käferholz, das noch nicht verblaut ist, zu lagern und durch den Sauerstoffentzug eine Verblauung zu verhindern.

Die Projektträger sind der Bäuerliche Waldbesitzerverband (BWV) Oberösterreich und die Abteilung Forst- und Bioenergie der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, die das Projekt – das auch von der Leader Region Donau Böhmerwald gefördert wird – finanzieren. Wissenschaftlich begleitet wird es vom Bundesforschungszentrum für Wald. „Wir suchen jetzt 15 Betriebe im Bezirk, die das Verfahren ausprobieren wollen“, sagt Ecker, der darin eine Möglichkeit sieht, mit wenig finanziellem Aufwand viel zu erreichen.

Mit Insektenschutznetzen gegen den Borkenkäfer

Einer, der sich schon gemeldet hat, ist der Landwirt und Waldhelfer Michael Hackl aus Kleinzell. „Die Folie wäre für mich die perfekte Lösung für kleine Mengen“, sagt Hackl. Da es momentan keine uneingeschränkte Holzabfuhr gibt, nutzt Hackl seinen Rohstoff auch für eigene Zwecke – er ist gerade beim Hausbauen.

Quelle: BZ/Cacha
Holz in „Storanet“ eingepackt.

Parallel zu den Versuchen mit Silofolie soll auch das Insektenschutznetz „Storanet“ vermehrt verwendet werden, um Borkenkäfer am Ein- und Ausfliegen in Fichtenholzganter zu hindern. „Diese Netze sind ein halbes Jahr einsatzfähig und können in dieser Zeit auch weitergegeben werden“, sagt BWV-Obmann Franz Kepplinger. Im Bezirk Rohrbach sind seit dem Vorjahr schon 30 Netze ausgelegt, nun gibt es weitere 70 Stück, die für einen Selbstkostenanteil von 130 Euro ausgegeben werden können. Darin können etwa 2800 Festmeter Holz eingepackt werden. „Waldbesitzer müssen jetzt einfach alles mögliche tun, damit wir die Situation in den Griff bekommen.“

„Silofolie und Storanet, das sind die zwei Optionen, auf die wir nun setzen“, sagt Johannes Wall, Leiter der Abteilung Forst und Bioenergie der LK OÖ. Versuche auf Folienbasis gebe es derzeit schon einige, im Unterschied dazu werde im Bezirk Rohrbach aber ausschließlich Standardware verwendet.

Dichtheit der Ganter wird regelmäßig überprüft

Christian Lamberg von der Bezirksbauernkammer Rohrbach leitet das bis Juni 2022 angelegte Projekt. „Wir werden im ersten Jahr mit kleinen Folienlagern beginnen und dabei ein bisschen experimentieren. Die Dichtheit der Ganter wird regelmäßig mittels Sauerstoffmessgerät überprüft werden“, sagt Lamberg. Ob und wie gut das Ganze funktioniert, wird sich erst zeigen, wenn das erste „Holzpaket“ wieder geöffnet wird.

- Bildquellen -

  • DSC 5757: BZ/Cacha
  • DSC 5763: BZ/Cacha
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