Schweizer stimmten gegen den Wolfabschuss

Mit einer Mehrheit von 51,9 % stimmte das Schweizer Wahlvolk gegen ein neues Jagdgesetz und somit gegen die Aufweichung des Wolfschutzes.

Die Berggebiete und Kantone der Zentralschweiz stimmten für das Jagdgesetz, das große Mittelland und die Westschweiz gaben dann den Ausschlag zum Nein, berichtet der SRF online am Montag, 28. September.

Vor allem die in der Gesetzesvorlage vorgesehenen präventiven Abschüsse von einzelnen Wölfen sowie die Regulierung von Wolfsrudeln wurden von den Gegnern des Gesetzes kritisiert. Es sei ein Widerspruch, ein geschütztes Tier zu töten, so der Kanon. Damit bleibt das aktuelle Gesetz aus dem Jahr 1986 in Kraft.

Das Ergebnis in der Schweiz zeige ganz klar, dass die Bewohner in den betroffenen Gebieten wie dem Wallis oder Graubünden eindeutig für die Senkung des Schutzstatus des Wolfes entschieden hätten. „Die Gräben zwischen Bergkantonen und den städtischen sind hier eindeutig zu sehen“, kommentierte der Tiroler Bauernbund-Abgeordnete Hermann Gahr das Referendum. Er erkennt eine ähnliche Situation auch in Österreich.

„In ländlichen Gebieten sieht man die Rückkehr der Wölfe kritisch und in den Städten werden die Raubtiere begrüßt. Deswegen müssen wir hier mehr objektive Aufklärung betreiben, derzeit wird dieses Feld komplett den Tierschutzorganisationen überlassen, die natürlich ein verharmlosendes Bild der Raubtiere übermitteln. Das war auch bei der Abstimmung in der Schweiz entscheidend. Tierschutzorganisationen haben massiv kampagnisiert“, so Gahr.

Laut Schätzungen gibt es in der Schweiz um die 100 Wölfe, jedes Jahr werden rund 500 Schafe oder Ziegen gerissen und das trotz Herdenschutz. Mit der Änderung des Jagdgesetzes hätten Wölfe leichter entnommen werden können, etwa auch präventiv, bevor es zu Schäden kommt. Gahr fordert auch für Österreich die leichtere Entnahme von Problemwölfen. „Gerade in diesem Sommer hat man gesehen, wie viel Schäden Problemwölfe anrichten können. In Tirol gab es zahlreiche Risse und viele Bauern werden wohl im nächsten Sommer ihre Tiere nicht mehr auf die Almen treiben. Deswegen brauchen wir endlich eine europaweite Gleichbehandlung in der Wolffrage. Zahlreiche EU-Länder wie Finnland, Slowakei, Polen, Lettland oder Litauen haben Ausnahmeregelungen zur Entnahme von Wölfen. Genauso eine Regelung brauchen wir auch für Österreich. Wir wollen keinen Sonderweg, sondern nur gleich wie andere behandelt werden“, betonte Gahr. (E.Z.)

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