Schweinemarkt KW 39-40/’22: Angebot steigt, Fleischmarkt schwächelt

Saisontypisch steigt im September das Angebot an schlachtreifen Schweinen. Nach mehreren Wochen mit optimalen Stalltemperaturen ist die Wüchsigkeit der Schweine wieder auf hohem Niveau. Die aufwärts strebende Angebotskurve liegt aber nach wie vor einige Prozent unter Vorjahresniveau, leider trifft das auch für die Entwicklung auf Nachfrageseite zu. Die inflationsgeschwächte Kaufkraft bedingt mengenmäßige Einbußen im zweistelligen Bereich. Schwierige Vorzeichen begleiteten die Preisbildung in Deutschland. Zum einen fehlt in der kommenden Woche ein Schlachttag wegen des Tages der Deutschen Einheit, zum anderen ergibt sich durch die Öffnung des monatelagen Sperrgebietes im Emsland ein zusätzliches Angebot an zig tausenden überschweren Schweinen. In der Konsequenz konnte die Erzeugerseite den Forderungen der Schlachtunternehmen nicht standhalten und musste ein kräftiges Minus von 10 Cent zur Kenntnis nehmen.

In Österreich gelang es in der abgelaufenen Woche das steigende Angebot zur Gänze abzusetzen. Obwohl die Sogwirkung vom Fleischmarkt schon merklich nachließ. Die Teuerungsraten bei Strom und Gas sowie die erfolglosen Versuche beim Umsetzen der Preise im Wiederverkauf, drückten schon zuletzt die Stimmung in der Schlachtbranche. Vor diesem Hintergrund war die Steilvorlage aus Deutschland mit -10 Cent auch das Forderungsmaß der Abnehmer an der Ö-Börse. In Anbetracht des steigenden Angebotes und angedrohter Abnahmestornierungen musste die Erzeugerseite die Käuferforderung im vollen Umfang realisieren.

Preise KW 39-40/’22 (Marktbericht vom 28. September 2022):

Mastschweine-Notierungspreis:  EUR 2,09 (–0,10)
Berechnungsbasis:                    EUR 1,99

Zuchten-Notierungspreis:          EUR 1,40 (=)
Berechnungsbasis:                    EUR 1,30

Dr. Johann Schlederer

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AUTORH.M.
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