Schmiedtbauers Europablick

Das regelmäßige Update von EU-Abgeordneter Simone Schmiedtbauer aus Brüssel und Straßburg

GAP-REFORM

Am 4. Dezember haben sich die EU-Agrarabgeordneten erneut mit Experten über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ausgetauscht. Der Kommissionsvorschlag zum EU-Agrarbudget von 2021-2027 geht leider in die falsche Richtung, es stehen geplante Kürzung der Mittel der zweiten Säule um knapp 15 % im Raum, sowie eine Mittelzweckbindung von 40 % des gesamten Agrarbudgets für Umwelt- und Klimaziele. Dabei ist es eine Tatsache, dass diese Ziele von einer Vielzahl an Faktoren abhängen, die von uns Landwirten nicht beeinflusst werden können. Ein unverschuldetes Verfehlen von starren Zielen und Vorgaben darf unter keinen Umständen bereits im Folgejahr zu Finanzkürzungen führen. Ich selbst bin davon überzeugt, dass die Eindämmung des Klimawandels stur im Jahresabstand nicht seriös beurteilt werden kann, weshalb wohl mehrjährige Beurteilungszeiträume verankert werden sollen. Denn die Landwirte brauchen vor allem Planungssicherheit statt neuer Unsicherheit.

WOLF

Am 5. Dezember haben sich die Agrar-, Umwelt- und Petitionsabgeordneten mit Experten über das Konfliktthema Wölfe in Europa ausgetauscht. In Österreich haben wir mehr als 8.000 Almen. Schutzmaßnahmen wie Zäune und Herdenschutzhunde sind auf nicht realistisch umsetzbar. Jene Abgeordnetenkollegen und Experten, die dem widersprechen, habe ich nach Österreich eingeladen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Um im Wolfs-Konflikt wachzurütteln und gangbare Lösungen zu entwickeln, wird es noch einigen Kraftakten bedürfen. Wir brauchen Managementlösungen auf europäischer Ebene. Ein konfliktfreies Miteinander von Wölfen und der (österreichischen) Landwirtschaft ist nicht möglich.

BESUCH AUS ÖSTERREICH

Ganz besonders habe ich mich diese Woche über den Besuch von 18 österreichischen Jung-Rinderzüchtern in Begleitung von Rinderzucht Austria Obmann Stefan Lindner und Geschäftsführer Martin Stegfellner gefreut. 

 FORST & KLIMA

Ein herzliches Dankeschön auch an den Präsidenten der LK Steiermark Franz Tischenbacher, der für den Österreichischer Biomasse-Verband mit Kurt Ramskogler von PEFC Austria und Rudolf Rosenstatter von FHP nach Brüssel gereist ist. PEFC Austria garantiert mit seinem Zertifikat für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverarbeitung von Holzprodukten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. FHP zeigt die Bedeutung der Wertschöpfungskette “Forst Holz Papier” für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf. Euren Input nehme ich mit in die anstehenden Klimadebatten. Im Rahmen des neuen Green Deals strebt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekanntlich ein klimaneutrales Europa bis 2050 an. Wir Land- und Forstwirte werden dazu unseren Beitrag leisten.

- Bildquellen -

  • SiS: EU/EU-Parlament, Paul Gruber
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