Rindermarkt: Preise “einfrieren” soll völligen Verfall verhindern

Die Schlachtrinderpreise werden bis Ende April eingefroren. Das soll den Marktzusammenbruch verhindern.

Die Arge Rind konnte mit drei großen Partnern aus dem Lebensmittelhandel eine Absichterklärung vereinbaren, nach der die Rinderpreise für eine Zeitspanne von vier Wochen eingefroren werden. Dies und ein Paket weiterer Maßnahmen sollen einen völligen Zusammenbruch des Marktes vorbeugen.

Die Corona-Krise hat auf den Rindfleischmarkt massive Auswirkungen. Dies hat für den gesamten Sektor, insbesondere auch für die Bauern wirtschaftlich äußerst schmerzhafte Konsequenzen. Die Einschränkungen beim Absatz an Endkunden und im internationalen Handel haben dazu geführt, dass es in allen Kategorien viel zu viel Ware am Markt gibt und dass sich die Preisspirale nach unten dreht. Denn laut Arge Rind-Geschäftsführer Werner Habermann sei es absolut notwendig, Mengen abzusetzen, “da sonst der Markt zum Stillstand kommt und die Preise komplett in den Keller rasseln.“

Maßnahmenpaket gegen Preisverfall

In dieser Krisensituation ist die Arge Rind dabei, ein Maßnahmenpaket umzusetzen, das die Auswirkungen für die Bauern möglichst wirksam abfedern soll. Konkret geht es um folgende Vorhaben:

# Mit den drei großen Lebensmitteleinzelhandelspartnern Spar, Rewe und Hofer konnte eine Absichtserklärung vereinbart werden, nach der die Preise werden für die kommenden vier Wochen eingefroren werden. Das trägt dazu bei, dass die Rindfleischpreise nicht völlig verfallen.

# Die Arge Rind stellt dem Handel 30.000 hochwertige Rindfleisch-Kochbücher zur Verfügung, um zusätzliche Konsumanreize zu geben.

Weil der Absatz an die Haushalte über den LEH nur etwa die Hälfte des gesamten Marktes ausmacht, ist es auch wichtig, vermehrt neue Absatzschienen im Export zu finden. Dazu hat die ARGE Rind mit einigen Marktpartnern neue Absatzstrategien ausgearbeitet.

# Beim Jungstier konnte eine deutsche Handelskette gewonnen werden, eine größere Menge abzunehmen.

# Die Kalbinnen, im Speziellen die Programm-Kalbinnen (z. B. Cultbeef und Alpenvorland-Rind), sind aufgrund des Wegfalls der Gastronomie derzeit fast unverkäuflich – hier konnte die Arge Rind eine neue Exportschiene nach Italien legen.

# Bei der Kuhvermarktung kommt eine Erleichterung von anderer Seite. Die Arge Rind konnte die OSI Foodsolutions Austria und McDonald´s Österreich gewinnen, dass für die nächsten vier Wochen 50 Prozent des M-Rind-Aufschlages durch McDonald’s weiterhin übernommen werden – obwohl McDonald´s derzeit selber keinen Absatz verzeichnen kann.

Preisverfall abwenden

Würde die Arge Rind gegen diese Krise nicht regulierend eingreifen – also Geld in den Markt und in den Export investieren – so verfiele der Rindfleischpreis im Vergleich zu anderen Ländern noch stärker. Insgesamt könnte das einen Preisverfall pro Woche von etwa zwei Millionen Euro (!) bedeuten. Umgerechnet auf jeden Bauern würde das zusätzliche Minus etwa 50 bis 100 Euro pro Rind und Woche ausmachen. In diesem Sinne ersucht die Arge Rind alle österreichischen Rinderbauern, das Gesamtbild und das gemeinsame Zusammenhalten im Fokus zu behalten.

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