Rinderbörsen schließen Pakt mit Handelsketten

Vor allem bei Rindfleisch gibt es derzeit nur wenig Abnehmer. Foto: industrieblick - stock.adobe.com

Die Arge Rind und der Lebensmittelhandel ziehen nun an einem Strang, um dem wachsenden Rückstau und damit auch steigenden Preisdruck auf dem Rindleischmarkt nach Wegfall wichtiger Absatzmärkte zu begegnen. Die drei großen Supermarktketten Rewe, Spar und Hofer haben eine Absichtserklärung vereinbart, dass die Preise für Rindfleisch für die kommenden vier Wochen eingefroren werden, damit diese nicht völlig einbrechen.

Mit dieser Vereinbarung und einem Paket an weiteren Maßnahmen will man einem befürchteten völligen Zusammenbruch des Marktes vorbeugen. Wegen der Corona-Krise gibt es derzeit in allen Kategorien viel zu viel Rindfleisch, so Arge Rind-Geschäftsführer Werner Habermann.

Ebenfalls vereinbart wurde, dass die Arge Rind dem Handel 30.000 Rindfleisch-Kochbücher zur Verfügung stellt, die an die Konsumenten verteilt werden sollen, um Gusto auf Rindfleisch zu machen. Weiters wurde zwischen der Rinderbörse und einer deutschen Handelskette die Abnahme einer größeren Menge an Jungstieren paktiert. Kalbinnen und hier vorrangig aus Programmen wie Cultbeef und Alpenvorland-Rind seien nach der Sperre fast aller Gastronomiebetriebe derzeit fast unverkäuflich, so Habermann, wiewohl die Rinderbörse eine neue Exportschiene nach Italien legen konnte. Bei Kuhfleisch hat die Arge Rind mit dem Fleischgroßhändler OSI Foodsolutions Austria in Enns und mit McDonald´s Österreich vereinbart, dass im April 50 Prozent des M-Rind-Aufschlags von der Fast-Food-Kette übernommen werden, obwohl von McDonald´s derzeit bundesweit keine Burger angeboten werden.

Auch die Arge Rind selbst nimmt derzeit Geld in die Hand und investiert in den Markt wie auch in den Export. Habermann: „Würden wir das nicht tun, würden die Preise noch stärker verfallen. Wir sprechen derzeit von bis zu zwei Millionen Euro jede Woche.“

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger teilt dazu mit: „Wir unterstützen die Initiative der Branche, neue Absatzwege zu finden.“ Bauernbund-Präsident Georg Strasser: „Rasche Hilfe ist jetzt eine politische Notwendigkeit. In vielen Fällen geht es um das wirtschaftliche Überleben einer bäuerlichen Familie.“

- Werbung -