Online-Diskussion der Bäuerinnen: Wie sieht die Pflege der Zukunft aus?

Mit ihrer Arbeit leisten die Bäuerinnen einen wesentlichen Beitrag für mehr Lebensqualität. Damit die häusliche Pflege aber auch tatsächlich Zukunft hat, müssen zahlreiche unterschiedliche Aspekte beachtet werden, die sich gegenseitig ergänzen.

Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger (unten rechts) hatte zur Diskussion eingeladen.

Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger bei der Online-Tagung „Leben am Land, da gestalten wir mit“ vergangene Woche begrüßen. Gemeinsam mit dem VP-Klubobmann im Parlament, August Wöginger, und Fachexperten wurde die Frage „Was braucht die häusliche Pflege der Zukunft?“ erörtert.

Pflegende Angehörige brauchen die Unterstützung der Politik

„Gerade in den bäuerlichen Kreisen sind die Frauen wesentliche Stützen für die Pflege zuhause“, streute Neumann-Hartberger ihren Berufskolleginnen Rosen. Sie würden dies im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen oft in einem überdurchschnittlichen Ausmaß praktizieren und damit einen wichtigen Beitrag für mehr Lebensqualität im ländlichen Raum leisten, so die Bundesbäuerin. „Damit die häusliche Pflege Zukunft hat, braucht es möglichst unbürokratische politische Rahmenbedingungen, gute Informationsgrundlagen für die Betroffenen, finanzielle und emotionale Unterstützung für die Pflegenden und vor allem auch die Motivation der Jugendlichen, sich für diese attraktive Ausbildung zu entscheiden, fasste Neumann-Hartberger zusammen.

„Pflege geht uns alle an. Denn wir alle wollen alt werden, und das in Würde“, stellte Klubobmann Wöginger einleitend klar. Pflegeversorgung müsse daher so viel wie möglich zuhause oder ambulant erfolgen.

Die Politik sieht er gefordert, die pflegenden Angehörigen dabei bestmöglich zu unterstützen. „Die Bundesregierung ist und bleibt der starke Partner der Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen und Generationen“, führte Wöginger zum Regierungsprogramm aus.

Theresia Meier, Obmann-Stellvertreterin der Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVS), stellte das Unterstützungsangebot seitens der bäuerlichen Pflichtversicherung vor: „Neben diversen Informationsveranstaltungen können pflegende Angehörige die Gesundheitswochen oder den ‚SVS-Gesundheitshunderter‘ als Zuschuss für einen Aufenthalt auf einem Green-Care Auszeithof in Anspruch nehmen.“

Wie wichtig Menschen sind, die pflegende Tätigkeiten durchführen können, zeige die Pandemie ganz besonders auf. Dem Mangel an Pflegekräften könne nur dadurch begegnet werden, dass Pflegeberufe wieder attraktiver werden und auch die Ausbildungsmöglichkeiten forciert werden, forderte Meier.

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  • 12 01 49 21 NO: LK NÖ/Bieder
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AUTORRed. ML
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