Ohne Risikovorsorge kein planbares Wirtschaften mehr

Agrarlandesrat Max Hiegelsberger und Wolfgang Winkler von der Österreichischen Hagelversicherung begutachteten Wetterschäden am Betrieb Thanner in Vorchdorf.

Bäuerin Renate Thanner (mit Familie) aus Vorchdorf diskutierte mit Wolfgang Winkler (l.) und Max Hiegelsberger (r.).

In den vergangenen Jahren war in Oberösterreich vor allem die Dürre ein heißes Thema. Das heurige Jahr begann frostig. „Durch den im Durchschnitt 14 Tage verfrühten Vegetationsbeginn wurden speziell die Obstkulturen Ende März und Anfang April geschädigt. Bis Ende April drohte sich erneut eine weitere Dürrekatas-trophe anzubahnen. Durch den einset­zenden Regen ab Anfang Mai konnte eine großflächige Dürre aber abgewendet werden. Dafür sorgten ab Mai die Hagelunwetter mit Starkniederschlägen und Sturm für Schäden“, umreißt Wolfgang Winkler, Landesleiter der Österreichischen Hagelversicherung, das bisherige Jahr.

Hagel und Sturm dominierten in den Sommermonaten

Dank eines feuchten Mais und eines regenreichen Junis konnten stärkere Schäden durch Trockenheit verhindert werden. In den Sommermonaten sorgten jedoch Gewitter mit Hagel und Sturm für Schäden, besonders bei Ackerkulturen wie Getreide oder Mais. „Die Regelmäßigkeit, mit der uns die Gewitter treffen, gibt mir schon zu denken. Die Unwetter werden leider auch immer stärker. Sorgen macht uns aber auch die drohende Gefahr der Schweinepest. Aufgrund der offenen Grenzen ist eine Einschleppung nach Österreich jederzeit möglich. Die Folgen für die Betriebe sind existenzbedrohend. Die Förderung erleichtert eine umfassende Versicherungslösung, die im Schadensfall unsere Existenz sichert. Jeder der das nicht in Anspruch nimmt, geht ein hohes Risiko ein“, so Renate Thanner.

Risikomanagement ist wichtiger denn je

„Risikomanagement ist in der Landwirtschaft kein Fremdwort mehr. Es bedeutet Planungssicherheit und Kalkulierbarkeit. Man muss bedenken, dass durch Hagel binnen Sekunden der Jahresertrag vernichtet werden kann. Kein Ertrag bedeutet kein Einkommen. Durch die Prämienbezuschussung wird die Absicherung des Einkommens erleichtert und somit zu einer betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit“, sagt Agrarlandesrat Max Hiegelsberger. Eines müsse allen bewusst sein: Die Bäuerinnen und Bauern sorgen 365 Tage im Jahre für volle Regale. „Was eine ausreichende Lebensmittelversorgung konkret heißt, das zeigte die Corona-Pandemie, wo es in vielen Ländern zu leeren Supermarktregalen gekommen ist. Daher ist eine Unterstützung unserer Landwirtschaft zugleich eine Investition in unsere Zukunft und sichert auch unsere Unabhängigkeit im Krisenfall“, weist Hiegelsberger auf die Bedeutung und den Stellenwert der Landwirtschaft hin.

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  • Winkler Thanner Hiegelsberger: Hagelversicherung
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