Österreichische Schaf- und Ziegenbörse steigert Absatzzahlen heuer um rund 24%

Die Preise für Schafe und Ziegen sind seit Jahren leicht steigend. FOTOS (2): agrarfoto.com

Die Jahre 2018 und 2019 boten den österreichischen Lämmer-Produzenten ein schwieriges Umfeld. Der Bio-Absatz ist um 30% eingebrochen. Das Auslaufen der Regelung “Abgabe an Endverbraucher ohne Beschau” hat die Direktvermarktung für viele kleine Betriebe unmöglich gemacht. Dadurch wurden der Österreichischen Schaf- und Ziegenbörse mehr Lämmer angeboten, was den Vermarktungsdruck erhöht hat. Mit Exporten nach Deutschland im Bio- sowie im konventionellen Bereich sei es jedoch gelungen, dies auszugleichen, resümierte Geschäftsführer Matthias Pleschberger bei der Generalversammlung in Linz.

Er präsentierte dabei auch die aktuellen Vermarktungszahlen der Börse (Bio und konventionell), die heuer auf 85.000 Tiere gesteigert werden konnten – ein Plus von 23,6% gegenüber dem Vorjahr. Massive Einbrüche gab es 2018 hingegen bei Bio-Tieren. “In diesem Jahr haben wir etwa 30% weniger Bio-Tiere verkauft als 2017, heuer konnte diese Zahl wieder um 5% erhöht werden. Aktuell werden 9.000 Lämmer aus biologischer Erzeugung verkauft, für mehr als die Hälfte der Bio-Tiere wird aber kein Bio-Zuschlag erzielt”, zeigte Pleschberger auf.

Für Obmann Eduard Köck liegt die Wurzel des Problems im fehlenden Markt: “Jeder Politiker oder Funktionär, der mehr Bio-Produktion verlangt, sollte sich zuvor dafür einsetzen, dass der Bio-Absatz gesteigert wird. Denn wenn Produktion und Bedarf nicht im Gleichklang stehen, hat das negative Folgen für die Bio-Lämmererzeuger.” Bei der Kitz-Vermarktung verzeichnet die Börse erste Erfolge – aktuell können etwa 5.000 Stück abgesetzt werden.

Brexit als unbekannte Größe für die weitere Marktentwicklung

Der Gesamtumsatz der Österreichischen Schaf- und Ziegenbörse konnte von 2017 auf 2018 um 10% auf 2,6 Mio. Euro gesteigert werden. Die Preise in der Branche sind seit zwei Jahrzehnten leicht steigend, mit ähnlicher Tendenz für die nächsten Jahre. Unklarheit herrscht jedoch über die Auswirkungen des Brexits auf die Branche und den Markt.

Schafe sind besonders für die Almwirtschaft wichtig. Sollte es in der Wolfsproblematik jedoch keine Entscheidung für Regulierungsmaßnahmen geben, sei die Schafhaltung in den Bergen gefährdet, sind sich Pleschberger und Köck einig. Österreich hat mit einem Selbstversorgungsgrad von rund 80% noch Potenzial in der Lammfleischproduktion, derzeit aber nur im konventionellen Bereich.

AIZ

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