Nur mehr alle zwei Jahre eine Landtechnikmesse?

Laut der BauernZeitung vorliegenden Informationen wollen Mitglieder des Clubs Landtechnik Austria zukünftig nur mehr alle zwei Jahre auf großen heimischen Messen als Aussteller präsent sein.

Landtechnikmessen sind Besuchermagnete und bieten den Ausstellern die Möglichkeit, sich perfekt zu präsentieren. Für letztere sind sie aber auch mit einigem Aufwand verbunden. ©Messe Wels
Landtechnikmessen sind Besuchermagnete und bieten den Ausstellern die Möglichkeit, sich perfekt zu präsentieren. Für letztere sind sie aber auch mit einigem Aufwand verbunden. ©Messe Wels
Anhaltende Einkommensverluste sorgen bei heimischen Landwirten für Zurückhaltung bei Investitionen. Das kann man bei der Leitmaschine der Landwirte, dem Traktor, ablesen. Nach 2013, 2014 und 2015 sind laut Statistik Austria die Neuzulassungen von Traktoren in Österreich auch im heurigen ersten Halbjahr nochmals zurückgegangen. Landtechnikmessen sind in einer solchen Situation für die Aussteller eine Möglichkeit, Werbung für ihre Produkte zu machen, gleichzeitig aber verursachen solche Ausstellungen Kosten. Vor diesem Hintergrund ist der Club Landtechnik Austria anscheinend dabei, eine Notbremse zu ziehen.

Weniger Landtechnik auf heimischen Messen

Laut Brancheninsidern will der Club bzw. die dazugehörende Gemeinschaft aus Firmen, also Landmaschinenhersteller und -importeure, zukünftig nur mehr alle zwei Jahre eine große Messe als Aussteller in Österreich besetzen. Eine diesbezügliche Entscheidung im Club Landtechnik Austria sei dazu bereits gefallen. Betroffen wären davon die Messe Austro Agrar Tulln (NÖ) und die Welser Messe Agraria (OÖ), die sich als heimische Leitmessen für Landtechnik bzw. Landtechnik und Tierzucht positioniert haben. Die Austro Agrar Tulln findet derzeit in ungeraden Jahren unmittelbar nach der weltgrößten Landtechnikmesse Agritechnica (D) statt und die Agraria in geraden Jahren nach der Eima, eine große internationale Maschinenausstellung für Landwirtschaft und Gartenbau in Bologna (I). Jedes Jahr geht also eine der beiden Messen in Österreich über die Bühne – die noch eine Gemeinsamkeit haben: Bei beiden Ausstellungen hatte sich der Club Landtechnik Austria erfolgreich für einen Termin im Spätherbst samt Fachmessenkonzept engagiert.

Keine Auswirkung auf die heurige Agraria

Rudolf Dietrich, der Obmann des Clubs Landtechnik Austria, hält sich zum zukünftigen Messeintervall bedeckt. Messe Tulln-Geschäftsführer Wolfgang Strasser bestätigt Gespräche mit dem Club, Inhalte laufender Gespräche will er aber nicht kommentieren. Etwas konkreter ist die Messe Wels zu den Gerüchten, dass Club-Mitglieder nur mehr alle zwei Jahre an einer groöen Landtechnikmesse in Österreich teilnehmen wollen. “Es gibt eine Information vom Club Landtechnik an uns, dass dieser Wunsch besteht. Die Gespräche werden jetzt aufgenommen und geführt”, so Petra Leingartner, Welser Messeleiterin, gegenüber der BauernZeitung. Für die heurige Messe von 30. November bis 3. Dezember habe dies jedenfalls keinerlei Auswirkung. “Wir, die Messe Wels und alle Aussteller, stecken in der Vorbereitung für 2016, auf die wir uns jetzt konzentrieren. Die Agraria ist ausverkauft, die Aussteller präsentieren sich so wie in den vergangenen Jahren”, macht Leingartner klar. 490 Aussteller werden insgesamt auf der Agraria 2016 ausstellen, davon sind laut Messe 44 Mitglieder vom Club Landtechnik Austria.

Michael Stockinger

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