Nr. 1 bei der Kaufkraft

Österreichs ländliche Regionen zeigen laut einer Wifo-Studie Spitzenwert in Europa. Allerdings: Da die Zahlen aus 2019 stammen, sind die Auswirkungen der Coronakrise noch nicht berücksichtigt.

Österreichs Top-Positionen im Wifo-Wettbewerbsradar im Vergleich mit 30 anderen Ländern Europas Grafik: hafid - stock.adobe.com; Foto: Matyas Rehak - stock.adobe.com

Mittels „Wettbewerbsradar“ haben Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) Österreich mit bis zu 30 anderen Ländern Europas bewertet. Verglichen wurden zwei Dutzend Kriterien wie die Fähigkeit des Wirtschaftssystems, nachhaltig hohe Einkommen zu schaffen, aber auch soziale und ökologische Aspekte.
Kurz zusammengefasst: Im Durchschnitt über alle Indikatoren liegt Österreich mit 66,1 % knapp hinter dem oberen Drittel der 31 Vergleichsländer. Beim Pro Kopf-Einkommen schneidet Österreich am besten ab. „Das Resultat ist aber vor allem für unsere ländlichen Regionen erfreulich. So sind wir bei der Kaufkraft europäischer Spitzenreiter. Und in keinem Land ist der ländliche Raum, gemessen an den Metropolregionen, so wohlhabend wie in Österreich. Das wiederum ist ein Beweis dafür, dass sich unser Einsatz für die Menschen in den ländlichen Regionen auszahlt“, zeigt sich Andreas Kühberger, Bauernbündler im Nationalrat und Bürgermeister einer Landgemeinde in der Obersteiermark, erfreut.

Kühberger: „Am richtigen Weg.“
Foto: Parlamentsdirektion/Thomas Topf

Einziger Wermutstropfen der Studie – die Zahlen stammen noch aus der Vor-Corona-Zeit. Weshalb auch Kühberger einräumt: „Negative Auswirkungen der pandemiebedingten Krise sind zu befürchten. Deshalb versucht die Bundesregierung, die Hilfsmaßnahmen gerecht auf die Regionen aufzuteilen.“ Etwa mit dem zweiten Gemeindepaket mit einem speziellen Anteil für besonders strukturschwache Gemeinden. Auch das Forstpaket ist besonders auf landwirtschaftlich-ländlich geprägte Regionen abgestimmt, um die Auswirkungen der Krise für die Landbewohner abzufedern.
Für Kühberger steht fest: „Unsere bäuerlichen Betriebe sichern Arbeitsplätze und generieren Wertschöpfung am Land, nicht nur auf diesen Betrieben, sondern auch in vielen vor- und nachgelagerten Bereichen.“ Eine intakte Landwirtschaft sei die Grundlage für einen starken ländlichen Raum.
Leider würden einige Regionen unter starker Abwanderung leiden. Die Corona-Krise könnte aber auch eine Trendwende einläuten, hofft der Bauernbund-Mandatar. „Viele Arbeitgeber und Angestellte haben im Homeoffice die Vorteile des digitalen, nicht ortsgebundenen Arbeitens erkannt. Auch hat die Krise gezeigt, dass der ländliche Raum anders als die Ballungsräume viele Möglichkeiten und Freiheiten bietet.“ Kühbergers Resümee: „Wir haben uns in Österreich immer für eine gerechte Verteilung der Investitionshilfen auch für ländliche Regionen eingesetzt. Die Wifo-Studie bestätigt nun, dass dieser Weg der richtige ist.“

 

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