Neue Mähwerkreihe mit Rennsportkomponente

Vicon präsentierte vergangene Woche im dänischen Kerteminde Neuheiten aus der Grünlanderntetechnik. Bei der modernen Mähwerkserie setzt man auf eine Komponente aus dem Rennsport. Die Neuheiten sind ab Herbst auf dem Markt verfügbar.

Während der Arbeit bleiben der Auslegerarm des Mähwerks und die Position der Heckhydraulik immer auf einer konstanten Position. Am Vorgewende wird die Mäheinheit über einen Hydraulikzylinder ausgehoben. ©Thomas Mursch-Edlmayr
Während der Arbeit bleiben der Auslegerarm des Mähwerks und die Position der Heckhydraulik immer auf einer konstanten Position. Am Vorgewende wird die Mäheinheit über einen Hydraulikzylinder ausgehoben. ©Thomas Mursch-Edlmayr
Bei der neuen Mähwerkreihe hat Vicon eine völlig neue Aufhängung konzipiert. Das “QuattroLink-Aufhängungskonzept” ist angelehnt an eine Technik aus dem Rennsport. Sie verbindet das Mähwerk mit dem Auslegerarm über vier Längslenker. Dies soll für eine perfekte Bodenanpassung und einen immer gleichmäßigen Auflagedruck über den gesamten vertikalen Arbeitsbereich von 700 Millimetern sorgen. Zusätzlich beträgt die seitliche Querneigung 30 Grad. Verbaut wird die neue Aufhängung derzeit bei den Dreipunkt-Scheibenmähwerken Extra 732R (Arbeitsbreite 3,2 Meter) und Extra 736T (Arbeitsbreite 3,5 Meter) sowie der Butterflykombination Extra 7100 T (Arbeitsbreite bis zu 10,2 Meter). Zusätzlich hat die Aufhängungsgeometrie bei allen neuen Heckmähwerken eine integrierte “NonStop-Anfahrsicherung”. Wenn die Mäheinheit auf ein Hindernis trifft, so kann diese nach hinten und oben ausschwenken und geht danach wieder automatisch in die Ausgangsposition zurück.
Ein weiteres Highlight stellt das sogenannte “Autoshift System” dar. Bisher war bei Kombinationen aus Front-Heckmähwerken die Überlappung der einzelnen Mäheinheiten technisch durch die Arbeitsbreite des Frontmähwerks und die Position der Heckmähwerke fix vorgegeben. Bei den Modellen 736T und Extra 7100T sind die Mäheinheiten mit einer seitlichen hydraulischen Verschiebung von bis zu 400 Millimetern ausgestattet. In Hanglagen oder bei Kurvenfahrten kann so die Überlappung erhöht werden. Das Modell Extra 732R hat einen fixen Arm, und die Verstellung der Arbeitsbreite erfolgt über eine Lochleiste. Die Transporthöhe liegt bei all diesen Modellen jeweils unter vier Metern.

Kreiselzettwender als Erfolgsgeschichte

Fanex 904: die neue Generation der Kreiselzettwender-Baureihe ©BZ/Mursch-Edlmayr
Fanex 904: die neue Generation der Kreiselzettwender-Baureihe ©BZ/Mursch-Edlmayr
Mehr als eine Million Kreiselzettwender hat Vicon mittlerweile weltweit verkauft – eine einzige Erfolgsgeschichte. Neu zu der Kreiselzettwender-Familie gesellen sich jetzt der Fanex 684 mit 6,8 Meter Breite, der Fanex 904 mit neun Meter Breite sowie der Fanex 1124 mit 11,2 Meter Arbeitsbreite. Die Modelle zeichnen sich durch einen wartungsfreien Antriebsstrang aus. Einzig die Gelenkwelle benötigt eine regelmäßige Schmierung. Die Ölbadgetriebe der Kreisel befinden sich unter dem Hauptrahmen. Dadurch werden die Belastung der Kreiselgetriebe verringert und die Stabilität der Auslegerarme erhöht. Eine weitere Neuheit sind die Schutzbügel aus Aluminium. Diese sorgen neben einer Gewichtsreduktion auch für eine bessere Optik des Geräts. Alle Modelle haben eine Transporthöhe von unter vier Metern. Der Fanex 1124 kommt zwar erst 2017 auf den Markt, ist dann aber der größte Zettwender im Dreipunktanhang. Alle Rotoren und Kreisel sind unabhängig voneinander an den Boden anpassbar.

Neuheiten bei Schwadern und Pressen

QuattroLink-Aufhängung mit hydraulischer Seitenverschiebung ©BZ/Mursch-Edlmayr
QuattroLink-Aufhängung mit hydraulischer Seitenverschiebung ©BZ/Mursch-Edlmayr
Die Arbeitsbreite des neuen Kreiselschwaders Andex 904 Hydro beträgt acht bis neun Meter und lässt sich hydraulisch einstellen. Die hydraulische Achse ist für Straßenfahrten bis zu 50 Zentimeter absenkbar. Der tiefere Schwerpunkt sorgt für Stabilität und eine Transporthöhe von unter vier Metern. Neu ist auch die elektrische Höheneinstellung der Kreisel von der Schlepperkabine aus.
Im Bereich der Vierkreisel-Schwader wurden der Andex 1254 mit CompactLine-Getriebe sowie der Andex 1304 mit ProLine-Getriebe vorgestellt. Die Arbeitsbreite liegt jeweils zwischen zehn und 12,5 Metern und ist hydraulisch verstellbar. Die Schwadbreite ist zwischen 1,2 und 2,2 Meter einstellbar. Mit dem Andex 1505 (Arbeitsbreite 15 Meter) wird im Herbst zudem der größte Vierkreisel-Schwader angeboten, der derzeit am Markt erhältlich ist.
Bei den Pressen wurde das patentierte “Auto Feed Control” (AFC) vorgestellt. Dies steuert automatisch die gleichmäßige Befüllung der Ballenkammer über Füllstandsensoren. Die Rundballenpresse steuert über eine schwenkbare Deichsel automatisch den Gutfluss aus dem Schwad in die Presskammer. Vorerst ist das AFC-System nur beim Modell RV 5216 erhältlich.
Nicht mehr ganz neu, da bereits zur Sima 2015 vorgestellt, dafür erstmals live im Einsatz zu bewundern, war die Vicon FastBale. Sie verbindet ein Zweikammer-Pressensystem mit einem Hochleistungswickler zu einer Einheit ohne Stillstand. Damit schlägt Vicon ein neues Kapitel in der Rundballenproduktion auf.

Thomas Mursch-Edlmayr

Mindestens genau so wichtig wie die Futterqualität ist die Sicherheit der Maschine bei der Arbeit. ©Agrarfoto.com
Mindestens genau so wichtig wie die Futterqualität ist die Sicherheit der Maschine bei der Arbeit. ©Agrarfoto.com

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