„In so einem Saustall kann man doch nicht lernen“, diesen Satz hat wohl jeder Schüler schon einmal von seinen Eltern oder dem Lehrer gehört. Zwangsläufig stimmen muss das aber nicht. Fotos von Lothar Waizenauer, einem Studenten der Agrar-FH Wels, beweisen Gegenteiliges. Gemütlich und sehr praxisnah wirkt sein „Hof-Office“ im Schweinestall. 

Aber auch seine Studienkollegen nutzen ganz besondere Plätze zum Lernen. Vom umfunktionierten Traktorführerhaus, dem Rinderstall bis zur Pferdekoppel – die künftigen Agrarprofis haben bei der Gestaltung ihres neuen Arbeits- und Lernplatzes Kreativität bewiesen.

Quelle: Lothar waizenauer, Lisa Pickl, Michaela Sandmayr, Jakob Lang, Katrin Brunnmayr
Die Auszubildenden des Studienlehrgangs „Agrartechnologie und -management“ haben außergewöhnliche und zugleich praxisnahe Lernorte gefunden.

Erfolgreicher Umstieg auf Fernlehre an der Agrar-FH

Erforderlich machte es die Corona-Krise und die damit einhergehende Schließung von Schulen und Universitäten. Seit Mitte März ist die FH Wels deshalb auf Fernlehre umgestiegen. Die Lehrveranstaltungen werden nun synchron (live) oder asynchron über den Computer abgehalten. „Es ist schön zu sehen und zu lesen, dass viele unserer fleißigen Studentinnen und Studenten kreative Wege gefunden haben, die Fernlehre mit der täglichen Arbeit zu verbinden: Fernlehre à la Agrar,“ freut sich Claudia Probst, Leiterin des Studiengangs „Agrartechnologie und –management“.

Lobende Worte für die Studierenden an der Agrar-FH Wels findet auch Agrarlandesrat Max Hiegelsberger. Er sagt: „Viele unserer Agrar-Studierenden stammen von einem landwirtschaftlichen Betrieb und tragen aktiv zur Versorgung der Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln bei. Gleichzeitig läuft aber auch das Studium durch technische Möglichkeiten der Fernlehre weiter. Daher sind die Studierenden nun doppelt gefordert.“

Fachkräfte für den Agrarsektor

Angeboten wird das Agrarstudium an der FH Wels seit eineinhalb Jahren. Erklärtes Ziel: Qualifizierte Nachwuchskräfte für den oberösterreichischen Agrarsektor ausbilden und auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Unterrichtet werden daher neben Wirtschaft und Produktmanagement auch viele naturwissenschaftliche und technische Fächer (MINT). „Was wir heute brauchen, sind innovative Denkansätze zum Thema Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimawandel. Diese müssen sich die großartigen Fortschritte in den Bereichen Technik, Digitalisierung und Automatisierung zunutze machen, um erfolgreich zu sein“, betont Hiegelsberger.

Studieren probieren oder gleich bewerben

Maturanten sowie all jene, die das Studium an der Agrar-FH-Wels interessiert, können sich jederzeit online auf:http://www.fh-ooe.at/studieren/bewerbung für das kommende Wintersemester (Start Oktober 2020) bewerben.
Zudem besteht die Möglichkeit sich per E-Mail an:  für die Teilnahme an einer Online-Lehrveranstaltung anzumelden.

Praktische Arbeit am Hof hält die Motivation aufrecht

Gut angenommen und umgesetzt wird die Fernlerne auch von den Schülern der HTL Ried für Agrar- und Umwelttechnik. Praxislehrer Christian Weilhartner ist bis dato mit dem Lernfortschritt sehr zufrieden: „Die Schüler setzen das Gelernte der letzten Jahre daheim auf den Höfen um. Zum Beispiel erledigen nun die Schüler diverse Servicearbeiten, bereiten die Maschinen zur Frühjahrsaussaat vor, bringen Gülle aus, erledigen Forstarbeiten oder bearbeiten die Winterbegrünungen.“
Martin Anzengruber, Leiter des Schulschwerpunktes, ergänzt: „Die Kunst in den kommenden Wochen wird sein, die Motivation bei den Schülern zum Home-Learning aufrecht zu erhalten. Der Praxis-Fernunterricht kann hier wertvolle Dienste leisten.“

Quelle: Privat/HTL Ried
Die Schüler der HTL Ried setzen Erlerntes nun in die Praxis um.

- Bildquellen -

  • Hofstudium: Lothar waizenauer, Lisa Pickl, Michaela Sandmayr, Jakob Lang, Katrin Brunnmayr
  • HTL Ried Praxis: Privat/HTL Ried
  • Hofstudium: Lothar Waizenauer
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