Kartoffelmarkt KW 41/2021: Qualitätsprobleme bereiten Sorgen

Die Erdäpfelernte konnte in den letzten Tagen vielerorts schon abgeschlossen werden. Die Rodearbeiten auf den noch verbleibenden Felder dürfte sich durch das unbeständige Wetter wohl aber doch noch etwas in die Länge ziehen. Der Großteil der Ernte ist mittlerweile aber eingefahren und sowohl bei den Händlern als auch bei den Landwirten sind die Lager entsprechend gut gefüllt. Es ist aber zu befürchten, dass die gut durchschnittliche Bruttoerntemenge durch überdurchschnittlich hohe Aussortierungsverluste noch deutlich dezimiert wird. Die Qualitätsprobleme sind mit Drahtwurmbefall, Rhizoctonia, Fäulnis, Beschädigungen, Zwiewuchs und einer eingeschränkten Lagerstabilität aufgrund eines geringen Stärkegehaltes vielfältig und für die Lagerhalter überaus herausfordernd. Die Nachfrageseite zeigt sich unverändert zu den Vorwochen. Der Inlandsabsatz läuft stetig auf saisonüblichem Niveau. Auch im Export sind die Umsätze weiterhin überschaubar.

Keine Änderung gibt es bei den Erzeugerpreisen. In Niederösterreich wurden Speisekartoffeln zu Wochenbeginn meist um 18,- bis 20,- €/100kg übernommen, wobei einzelne Aufkäufer Abschläge für den hohen Logistik- und Sortieraufwand einbehalten. In Oberösterreich werden weiterhin bis zu 25,- €/100kg bezahlt.

Auch wenn die Witterung regional die Erntearbeiten in Deutschland zuletzt erschwert haben, ist inzwischen viel am Lager. Die noch verbleibenden Felder sind in den meisten Regionen schon überschaubar. Der latente Angebotsdruck ist damit aber noch nicht verschwunden, da die Erzeuger die verbliebenen Kartoffeln vom Feld aufgrund der zahlreichen Qualitätsproblemen zügig vermarkten wollen. Auf der Nachfrageseite ist es momentan ruhig. Die Aktionskäufe im LEH sind im Abklingen und im Export versorgen sich die Bestimmungsländer meist noch selbst. Bei den Erzeugerpreisen änderte sich nichts. Zu Wochenbeginn wurde im Bundesdurchschnitt für Speiseware meist zwischen 12,- und 15,- €/100kg bezahlt.

Martin Schildböck, LK NÖ

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