Kartoffelmarkt KW 15/2021: Entlastung fehlt, Preise wackeln

Die Situation am heimischen Speisekartoffelmarkt hat ist fortgesetzt von einem hohen Angebot geprägt. Zwar sind die qualitätsbedingten Absortierungen hoch, die verkaufsfähigen Nettomengen übersteigen aber weiterhin die Nachfrage. Der Bedarf im LEH bewegt sich auf zufriedenstellendem Niveau, kann aber den Absatzrückgang in Gastronomie und Tourismus nicht wettmachen. Auch bei den zur Marktentlastung dringend notwendigen Exporten ist trotz preislicher Zugeständnisse keine Belebung in Sicht.
Die Erzeugerpreise stehen unter Druck, werden aber nominell unverändert fortgeschrieben. In Niederösterreich wird für mittelfallende Ware meist ein Erzeugerpreis von 12 Euro/dt genannt. Übergrößen werden um 5 bis 8 Euro/dt übernommen. Für drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel sind bis zu 18 Euro/dt zu erzielen.

Drückendes Angebot auch in Deutschland

Auch am deutschen Speisekartoffelmarkt lief der Absatz über den LEH in dieser Vermarktungssaison bislang überdurchschnittlich gut. Aufgrund der geschlossenen Gastronomie wurde in den Privathaushalten überwiegend selbst gekocht. Eine positive Wirkung auf die Erzeugerpreise blieb aber auch hier aus. Neben den eingeschränkten Exportmöglichkeiten aufgrund des großen europäischen Angebots macht sich vor allem der fehlende Absatz von Schälware bemerkbar. Das verfügbare Angebot ist für die aktuellen Absatzmöglichkeiten weiterhin mehr als ausreichend, auch wenn die Qualitäten und die Aussortierungen mit fortschreitender Lagerdauer schwinden.
Im Bundesdurchschnitt wurden für qualitativ einwandfreie Speisekartoffeln in der Vorwoche weiterhin meist 10 bis 11 Euro/dt bezahlt.

Martin Schildböck, LK NÖ

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