Kartoffelmarkt KW 1/2021: LEH-Absatz kompensiert Gastro-Sperre

Auf dem heimischen Speisekartoffelmarkt gibt es deutliche Absatzverschiebungen. Mit den Umsätzen des LEH im Weihnachtsgeschäft war man überaus zufrieden. Ein deutliches Minus war dagegen in den Tourismusregionen und in der Gastronomie zu verzeichnen. Insgesamt läuft die Inlandsvermarktung aber durchaus nach Plan.
Von der Exportseite gibt es weiterhin keine positiven Meldungen. Zwar gibt es Anfragen, tatsächliche Abschlüsse werden aber aufgrund des international günstigeren Preisniveaus kaum getätigt.
Auf der Angebotsseite ist die Abgabebereitschaft der Landwirte prinzipiell gegeben. Der Sortieraufwand ist unverändert hoch.
Die Erzeugerpreise starten unverändert ins neue Jahr. In Niederösterreich werden für mittelfallende Ware unverändert meist 12 Euro/dt bezahlt. Übergrößen werden um 5 bis 8 Euro/dt übernommen. Drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel erzielt bis zu 18 Euro/dt.

Auch der deutsche Markt ist gut versorgt

Auch am deutschen Speisekartoffelmarkt hatten die Packbetriebe kurz vor den Weihnachtsfeiertagen alle Hände voll zu tun. Der LEH orderte angesichts des Lockdowns und der Feiertage sicherheitshalber mehr Ware als üblich, um nicht wieder von Hamsterkäufen oder Ähnlichem überrascht zu werden. Das zur Verfügung stehende Angebot reichte gut zur Deckung der Nachfrage aus. Während der Absatz über den LEH durchaus zufriedenstellend verlief, fielen die Orders in Richtung Gastronomie infolge der anhaltenden Schließungen hingegen deutlich ruhiger aus.
Auch im Export gab es zwischen den Feiertagen traditionell weniger Umsätze. Viele osteuropäische Länder sind noch gut mit Speisekartoffeln aus eigener Produktion versorgt bzw. decken sich mit günstiger Ware aus Frankreich ein.
Die Erzeugerpreise blieben unverändert. Im Bundesdurchschnitt wurden zuletzt für qualitativ einwandfreie Speisekartoffeln zwischen 10 und 11 Euro/dt bezahlt. Auch im Jänner rechnen die meisten Marktbeteiligten mit stabilen Preisen.

Martin Schildböck, LK NÖ

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QuelleH.M.
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