Lange Trockenperioden im Sommer, hohe Schneelast im Winter, dazu noch Sturmschäden und extremer Schädlingsbefall durch den Borkenkäfer – der Klimawandel macht auch vor dem Wald nicht halt. Land- und Forstwirte sind enorm gefordert und bangen in einigen, stark betroffenen Regionen um ihre Existenz. Sorgen und Ängste die nicht ungehört im Wald verhallen.

Miteinander, den Klimawandel bewältigen

Die Jägerschaft ist sich der prekären Lage der österreichischen Forstwirtschaft bewusst und ist bereit ihren Beitrag zur Bewältigung der (Klima)krise zu leisten. Die Basis hierfür soll ein funktionierender Forst-Jagd-Dialog sein.

Der oberösterreichische Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner (m.) und seine Stellvertreter.

Vorangetrieben wird dieser in Oberösterreich seit April dieses Jahres durch den neugewählten Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner und dessen Stellvertreter Volkmar Angermeier und Andreas Gasselsberger. „Die Zeit der Polarisierung ist vorbei. Die Zukunft ist nur bewältigbar, wenn wir einen gemeinsamen Weg gehen“, ist Sieghartsleitner überzeugt.

Seitens der Jägerschaft wolle man die entstandenen Freiflächen durch vier Maßnahmen schützen:

  • Wildbestandsabsenkung
  • Lebensraumgestaltung
  • Wildlenkung sowie
  • gezielte chemische oder mechanische Schutzmaßnahmen bzw. kleinflächige Einzäunungen in Ausnahmefällen.

Einer Kooperation von Grundbesitzern und Jägern bedarf es, aber nicht nur zur Bewältigung des Klimawandels, sondern auch, um der ausufernden Nutzung der Wälder als Freizeiteinrichtung, Herr zu werden.

Verbündete in Fragen der Raumnutzung

Der (Wald)boden ist ein begrenztes Gut, mit dem verantwortungsvoll umgegangen werden muss. Die Interessen aller, also Jäger, Grundbesitzer und Naturraumnutzer, in Einklang zu bringen, wird zusehends fordernder. Immer häufiger kollidieren die natürlichen Lebensräume der Wildtiere mit der Kulturlandschaft. Zum Teil auch deshalb, weil viele Menschen es als selbstverständlich erachten sich in der Natur und im Wald nach freiem Belieben zu bewegen, ohne an Regeln gebunden zu sein. Den Naturraumnutzern ist daher häufig gar nicht bewusst, dass sie sich, andere oder Wildtiere, mit ihrem Handeln in Gefahr bringen. Mitunter werden aber auch bewusst Verbote und Hinweisschilder ignoriert. Ein Umstand von dem auch Land- und Forstwirte ein Lied singen können. Da deren Bewirtschaftungsflächen meist gleichzusetzen sind mit den Lebensräumen der Wildtiere, bietet sich ein Bündnis zur Durchsetzung einer „intelligenten, wildökologischen Raumplanung“ an. Diese Art der Raumplanung zielt darauf ab, artgerechte Lebensräume und Rückzugsgebiete für Wildtiere zu schaffen, dabei aber die Interessen der Allgemeinheit zu wahren. 

Kein Aussperren, aber eine klare Reglementierung

Um die unterschiedlichen Interessen der Parteien zu harmonisieren, braucht es aber klare, verbindliche Regeln. So sieht es auch Herbert Sieghartsleitner:

„JEDER MENSCH HAT EINE BERECHTIGUNG, SICH FREI IN DER NATUR ZU BEWEGEN. ES SOLL ABER AUCH KLAR GEREGELT SEIN, DASS NICHT JEDER MENSCH, JEDERZEIT, AN JEDEM ORT, TUN UND LASSEN KANN, WAS ER WILL.“

- Bildquellen -

  • Forst-Jagd-Dialog: agrarfoto.com
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