Der „Tierwohl-Pakt“ (Details siehe auch Seite 3) besteht aus insgesamt sechs Eckpunkten: Dabei sollen Investitionen in tiergerechte Haltungssysteme verstärkt gefördert werden, bei laufendem Aufwand soll es mehr Unterstützung für mehr Tierwohl geben und Kälbertransporte sollen durch die Erhöhung der Eigenversorgung reduziert werden. Außerdem ist der Aufbau eines österreichischen Tiergesundheitsdienstes geplant und Forschungsergebnisse in der Tierhaltungspraxis sollen forciert werden. Der Weg hin zu mehr Tierwohl soll auch bei der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik konsequent fortgesetzt werden.

Tierwohl: Österreich baut seine hohen Standards weiter aus

Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger rechnet damit, dass dieser Pakt besonders für die oberösterreichischen Bäuerinnen und Bauern zum Tragen kommen werde: „Wir sind das stärkste Bundesland in der Tierhaltung und wollen das auch bleiben.“ Er verweist darauf, dass die heimische Landwirtschaft international bereits jetzt in vielen Bereichen als Vorbild gilt. „Damit diese Vorreiterrolle noch weiter ausgebaut werden kann, stellt der Bund künftig jährlich 120 Millionen Euro Förderungen für Investitionen in tiergerechte Haltungssysteme zur Verfügung“, so Hiegelsberger.

Begrüßt wird der Pakt auch von Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger: „Oberösterreichs Bäuerinnen und Bauern produzieren nach den höchsten Standards. Mehr Tierwohl kann nur durch unterstützende Anreize bei Stallbauvorhaben und nicht durch Verbote erreicht werden. Nicht zuletzt muss auch bei den Konsumenten das Bewusstsein für heimische Spitzenqualität, wie etwa bei Kalbfleisch, geschärft werden“, betont Langer-Weninger. Sie sieht das Thema Tierwohl aber auch als gesamtgesellschaftlichen Auftrag: „Jeder von uns entscheidet beim täglichen Einkauf über die Zukunft und Richtung der heimischen Landwirtschaft, das sollte uns immer bewusst sein. Tierwohl ist im Sinne aller, es muss aber auch entsprechend honoriert werden. Die Landwirtschaft macht ihre Hausaufgaben. Aber auch Handel und Öffentlichkeit sollten sich dem gemeinsamen Ziel nach noch optimierteren tierartgerechten Haltungsbedingungen verpflichten und handeln.“

Für die Landwirtschaftskammer Oberösterreich steht daher außer Frage: Wenn Tierhalter zu höheren Standards verpflichtet werden, sei es unverzichtbar und logisch, dass die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangeht und in ihrem Wirkungsbereich, also in der öffentlichen Beschaffung für Spitäler, Kasernen oder Kantinen diese Standards als Mindeststandards für den Einkauf vorschreibt. „Damit sich die Konsumenten bewusst für heimische Lebensmittel entscheiden können, muss deren Herkunft eindeutig und klar erkennbar sein. Daher brauchen wir eine transparente Herkunftskennzeichnung und klare Bekenntnisse von den Großeinkäufern“, ist Langer-Weninger überzeugt.

Für Walter Lederhilger, Obmann vom Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS), ist die Investitionsförderung im Tierwohl-Pakt „ein wichtiger Schritt für den Erhalt der Eigenversorgung.“

Ergänzend zum Tiergesundheitsdienst in den Bundesländern soll künftig auch eine zentrale österreichweite Struktur geschaffen werden, um in Zukunft eine einheitliche Umsetzung von Tiergesundheitsprogrammen und Tierwohlvorgaben zu ermöglichen. Ein weiterer Punkt betrifft die rasche Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Tierhaltungspraxis, dafür werden 3,5 Millionen Euro eingesetzt.

- Bildquellen -

  • Tierwohlstall In Bau 5 ID84821: agrarfoto.com
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