Holzmarkt Juni 2021: Auch in Schadgebieten ziehen die Preise nach

Die 100 Euro-Marke ist jetzt in allen Bundesländern erreicht.

Hochkonjunktur am Bau sowie eine positive Wirtschaftsentwicklung im Allgemeinen bringen auch die Holzmärkte in ein Hoch.
In der Bauwirtschaft sind alle Materialien sehr stark nachgefragt. Dementsprechend ist die Nachfrage nach Schnittholz und dem dafür benötigten Fichtensägerundholz sehr rege. Die Standorte der österreichischen Sägeindustrie sind voll aufnahmefähig. Verkauftes und produziertes Rundholz wird zügig abgefrachtet. Nennenswerte Waldlager sind nicht vorhanden. Die Preise für das Leitsortiment A/C, 2b haben eine weitere Preissteigerung erfahren. In den Borkenkäferschadregionen ist das Preisniveau zwar weiterhin niedriger als im übrigen Bundesgebiet, die 100 Euro-Marke wurde mittlerweile aber überall erreicht.

Bei Industrieholz sind die Standorte der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie sehr gut mit bevorratet. Der hohe Einschnitt bedingt auch einen hohen Anfall von Hackgut und Spänen. Dies drückt die Nachfrage nach Nadelfaserholz. Produktionsstörungen in Frantschach und Hallein reduzieren den Bedarf voraussichtlich für die nächsten Monate zusätzlich. Dennoch sollten für Durchforstungs- und Pflegeingriffe entsprechende Vermarktungsmöglichkeiten vorhanden sein. Abhilfe verschafft auch vermehrter Export. Dieser trägt auch dazu bei, dass die Waldlager in den Borkenkäferschadregionen langsam abgebaut werden können. Anfallende Recyclingholzmengen unterbinden eine steigende Nachfrage nach Plattenholz.
Die Preise aller Sortimente stagnieren auf niedrigem Niveau. Rotbuchenfaserholz wird zu stabilen Preisen normal nachgefragt.

Bei Energieholz schreibt sich die Situation des Vormonates fort. Während in Kärnten alle Sortimente problemlos abgesetzt werden können, sind im übrigen Bundesgebiet trotz teilweiser Entspannung bei den Lagerständen, Mengen außerhalb von Langfristverträgen kaum zu vermarkten.

Die Borkenkäferaktivität hat jahreszeitlich bedingt merklich zugenommen. Daher sollten die Bestände nun regelmäßig auf frischen Befall kontrolliert und die positive Marktsituation zur raschen Aufarbeitung und Vorbeugung genutzt werden.

Alle angegebenen Preise beziehen sich auf Geschäftsfälle im Zeitraum Mai – Anfang Juni 2021 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist. Für den Holzverkauf an Unternehmer gelten folgende Steuersätze: bei Umsatzsteuerpauschalierung für alle Sortimente 13 %, bei Regelbesteuerung sind für Energieholz/Brennholz 13 % und für Rundholz 20 % anzuwenden.

LK Österreich, Marktbericht Stand 19. Juni 2021

- Bildquellen -

  • W2125 Holzmarkt S: LK Österreich
- Werbung -
QUELLEH.M.
Vorheriger ArtikelFoodtruck der Jungbauern bot regionale Schmankerl in der Stadt
Nächster ArtikelHandlungsbedarf nach erneuter Wolfsattacke