Holzmarkt April 2021: Sprunghafter Preisanstieg

Die Leitsortimente für Nadelsägerundholz konnten im April wieder an das hohe Niveau des Jahres 2018 anschließen.

Stark steigende Preise bei einer global äußerst regen Nachfrage nach Baumaterialien, dieser Entwicklung folgen derzeit auch alle Bauholzprodukte. Vor allem die Exportmärkte in China und den USA führen in Europa zu knapper Verfügbarkeit und steigenden Preisen.

Aufgrund der boomenden Holzmärkte haben die Nadelsägerundholzpreise in Österreich mittlerweile wieder das Niveau vor dem käferbedingten Überangebot erreicht. Allerdings bleibt das Angebot hinter dem steigenden Bedarf zurück. Die Holzernte im Herbst 2020 war aufgrund des damaligen Preisniveaus gebremst. Dementsprechend aufnahmefähig sind derzeit die österreichischen Sägewerke. Sofern keine witterungsbedingten Einschränkungen gegeben sind, wird bereitgestelltes Holz rasch abtransportiert.

Leitsortiment Fichte A/C, 2b meist über 90 Euro/FMO

Während österreichweit für das Leitsortiment Fichte A/C, 2b meist über 90 Euro je FMO bezahlt wird, liegt das Preisniveau in den Schadregionen des Wald- und Mühlviertels nicht nachvollziehbar darunter. Auch schlechtere Qualitäten folgen dem Aufwärtstrend, der Abstand zum Leitsortiment ist jedoch unüblich groß. Individuell werden für späte Nutzungen Prämien gewährt. Verträge werden derzeit eher mit kurzer Laufzeit abgeschlossen und vermehrt wird auch wieder auf eine Preisdifferenzierung zwischen A/B und C Qualität zurückgegriffen. Beim Vergleich von Angeboten muss daher wieder verstärkt der Sortenfall berücksichtigt werden, die Qualitätsbeurteilung am Sägewerk sollte penibel kontrolliert werden.
Lärche ist nach wie vor unvermindert rege nachgefragt, die Preise konnten regional etwas zulegen.

Entspannung auch bei Industrieholz

Trotz regional vorhandenem Überangebot durch alte Schadholzmengen, entspannt sich die Situation am Nadelindustrierundholzmarkt zumindest mengenmäßig sukzessive. Die Preise sind stabil auf unterdurchschnittlichem Niveau. Etwas reduzierter Anfall an Sägenebenprodukten und Altpapier haben regional zu einem rascheren Abtransport und erhöhten Übernahmemengen bei Faserholz geführt. Die Abnahme von Schleifholz entspannt sich überwiegend durch den Export. Bei Rotbuchenfaserholz herrscht eine normale Mengennachfrage zu stabilen Preisen.

Belebte Nachfrage bei Energieholz

Mit Ausnahme Oberkärnten ist im südlichsten Bundesland eine Nachfragebelebung nach Energieholz auch bei kleineren bis mittleren Biomasseanlagen spürbar. Größere Heizwerke untermauern bei leicht steigenden Preisen ihre stärkere Nachfrage. In den anderen Bundesländern ist die Vermarktung von Energieholz abseits bestehender Lieferprofile nur schwer möglich.

Borkenkäfer erfordert weiter Aufmerksamkeit

Trotz eines relativ kühlen April liefert das Borkenkäfermonitoring erste Fangzahlen. Dementsprechende Aufmerksamkeit ist auf die Aufarbeitung befallener Käferbäume aus dem Vorjahr und fängischem Material zu legen.

Alle angegebenen Preise beziehen sich auf Geschäftsfälle im Zeitraum März bis Anfang April 2021 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist. Für den Holzverkauf an Unternehmer gelten folgende Steuersätze: bei Umsatzsteuerpauschalierung für alle Sortimente 13 %, bei Regelbesteuerung sind für Energieholz/Brennholz 13 % und für Rundholz 20 % anzuwenden.

LK Österreich, Marktbericht Stand 15. April 2021

- Werbung -
QUELLEH.M.
Vorheriger ArtikelSchmiedtbauer/Bernhuber: “Schluss mit der Käfighaltung bei Geflügel”
Nächster ArtikelNeuer Galileo-Dienst: Präzise ohne RKT-Korrektur