Hautzellen “merken” sich die UV-Belastung

Gesundheitsvorsorge

MR Dr. Karl Schmoll, SVB-Chefarzt ©ZVG
MR Dr. Karl Schmoll, SVB-Chefarzt ©ZVG
Mit dem Frühling wird die Sonnenstrahlung stärker. Sie hat ihre guten Seiten, weil sie die Bildung der aktiven Form des Vitamin D in der Haut fördert, gegen Anflüge von Winterdepression wirkt und die Natur aus ihrem Winterschlaf weckt. Andererseits kann zu viel ultraviolette (UV) Strahlung Hautkrebs verursachen. Sonnenschutz ist daher nötig.

Der Trend zu möglichst brauner Haut ebbt glücklicherweise etwas ab, aber gerade die bäuerliche Tätigkeit erfolgt groöteils im Freien. Ein Zuviel an Sonnenbestrahlung, insbesondere der exponierten Stellen wie Gesicht oder Stirn (Glatze!), mag unsere Haut gar nicht. Die UV-Strahlen der Sonne können die Hautzellen schädigen und das Risiko von Hautkrebs fördern. Für diese Strahlen besitzen die Zellen ein “Gedächtnis”, was bedeutet, dass jede UV-Belastung lebenslang gespeichert wird und nicht durch Zeiten ohne Sonnenexposition wieder “rückgängig” gemacht wird. Man kann sich vorstellen, welcher Gesamt-UV-Belastung Landwirte oder beispielsweise auch Seeleute über die Jahre ausgesetzt sind. Neue Erkenntnisse der Augenheilkunde geben der UV-Strahlung auch Mitschuld bei Grauem Star (Linsentrübung) oder degenerativen Netzhautveränderungen (Maculadegeneration), welche bis zur Erblindung führen können. Wie können wir uns bei der Arbeit vor schädlicher Sonneneinstrahlung schützen? Wenn möglich sollten wir Arbeiten im Freien um die Mittagszeit vermeiden. Auch bei Arbeit im Schatten kommt es zu Belastung durch die UV-Strahlung. Je nach Hauttyp soll Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor ab 15 aufgetragen werden. Zu beachten ist, dass der Schutz erst nach ca 1/2 Stunde gegeben ist. Als Kleidung sind Hemden mit langen Ärmeln und Hosen mit langen Beinen zu tragen. Bitte nicht auf den Kopf vergessen! Ein Hut sollte eine ausladende Krempe haben, da nicht selten an den Ohren Aktinische Keratosen (Hautkrebsvorstufe) festgestellt werden. Diese Keratosen treten meist an den exponierten Stellen des Kopfes auf und sind derbe, schuppende rote Hautveränderungen. Die Augen sind mit Sonnenbrillen mit guter UV-Filterwirkung vor Linsen- und Netzhautschädigung zu schützen. Wer seinen Augen besonders Gutes tun möchte, achtet auch darauf, dass seitliche Sonneneinstrahlung durch die Brillen minimiert wird. Suchen Sie jedenfalls einen Hautarzt auf, wenn Sie schuppende, gerötete nicht heilende Hautstellen, insbesondere im Kopfbereich, beobachten oder Muttermale entdecken, die grööer werden, eine unregelmäöige Begrenzung besitzen oder besonders dunkel oder unregelmäöig gefärbt sind. Nur der Facharzt kann gegebenenfalls mit Hilfe eines Hautmikroskops die Diagnose stellen und wenn nötig eine Therapie einleiten.

MR Dr. Karl Schmoll, SVB-Chefarzt

- Werbung -