Zunächst steil nach oben, dann abrupt nach unten und nun wieder retour. Die vergangenen Wochen gingen selbst eingefleischten Ackerbauern durch Mark und Bein. Der Getreidehandel ist derzeit durch eine globale wirtschaftliche Unsicherheit als Folge des Ukrainekrieges und durchwachsene Ernteaussichten massiv gestört. Aber auch in den Jahren vor der Krise zeigten die Weizenpreise klare saisonale Muster. Im Durchschnitt fielen die Preise in den vergangenen Jahren vier bis acht Wochen vor der Ernte um rund 10 Euro je Tonne. Den Tiefpunkt erreichte der Preis dann unmittelbar nach der Ernte. Danach stiegen die Getreidepreise in den vergangenen Jahren stets bis zum Jahreswechsel um am Ende des ersten Quartals des Folgejahres den Höchststand zu erreichen.

MATIF-WeizenQuelle: proplanta.de
MATIF-Weizen: Die vergangenen Wochen waren an den EU-Terminmärkten turbulent.

Diese Dynamik der Terminmärkte ist dabei stets den bekannten Informationen über das mögliche Angebot und die Nachfrage geschuldet. Liegen etwa Ernteprognosen, Exportstopps, Unwetterereignisse oder Handelsrestriktionen vor, reagieren die Preise sofort und übersetzen in neue Preise. Die Preisbildung ist also nichts anderes als die Lageeinschätzung der Masse aller Marktbeteiligten. Im Vorteil wären nur jene, die sich einen Informationsvorsprung verschaffen können. Die Bauern zählen, in Anbetracht der gewaltigen umgeschlagenen Mengen wohl nicht dazu. An der EU-Terminbörse MATIF werden täglich etwa 15.000 bis 40.000 Kontrakte abgeschlossen. Auch heuer trifft zu, was sich jahrelang bewährt hat: Landwirte mit Lagerkapazitäten erzielen die besseren Preise. Wer zusätzlich einen Teil der Ernte über Kontrakte absichert, kann beruhigter kalkulieren.

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  • : agrarfoto.com
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AUTORRed. CW
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