“Existenz der blau-gelben Rinderbauern nicht aufs Spiel setzen”

Die Auswirkungen der Corona-Krise bescheren den 5500 blau-gelben Rindermästern massive Einkommensverluste. „Eine neuerliche Diskussion um Mercosur ist daher gerade jetzt kontraproduktiv“, betonen MEP Alex Bernhuber und Direktor Paul Nemecek.

Die niederösterreichische Landwirtschaft hat, trotz Einschränkungen und Sicherheitsauflagen, auch in den vergangenen Wochen fleißig und zuverlässig höchste Qualität produziert. „Durch die stabile Produktion unserer Bäuerinnen und Bauern wurden und werden alle Menschen im Land mit hochwertigen Lebensmitteln sicher versorgt,“ zeigen Nemecek und Bernhuber auf.

Mercosur schadet Bauern …

„In Niederösterreich wird genügend Rindfleisch bester Qualität produziert, es besteht keine Notwendigkeit für Importe aus Übersee,“ sehen der EU-Mandatar und der Bauernbunddirektor daher derzeit auch keine Notwendigkeit für eine neu aufflammende Diskussion um das Mercosur-Abkommen.
Trotz des Vetos der österreichischen Bundesregierung verstummen die Diskussionen rund um das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten nicht. Gerade die Auswirkungen der Corona-Pandemie belastet die Rindfleischproduzenten enorm, das Handelsabkommen würde den Druck noch weiter verstärken. Nun brauche es die volle Unterstützung, um die heimischen Betriebe vor noch größeren Bedrohungen zu schützen, so Bernhuber und Nemecek. Mercosur würde unter anderem eine erleichterte Einfuhr von bis zu 100.000 Tonnen Rindfleisch in die EU bedeuten. In der momentanen Marktlage würde dieses Abkommen die Existenzen vieler bäuerlicher Familienbetriebe aufs Spiel setzen. Der europäische Bauernverband bestätigt den außergewöhnlichen Rückgang des Rindfleischabsatzes.

… und dem Klima gleichermaßen

Damit die heimische Landwirtschaft durch Billigimporte nicht in ihrer Existenz gefährdet wird, und faire Bedingungen am heimischen Markt herrschen, bekräftigt Alexander Bernhuber sein klares Nein zum Mercosur-Abkommen.
Dazu müssen neben den schwerwiegenden Folgen auf den heimischen Fleischmarkt auch die klimatechnischen Auswirkungen des Abkommens aufgezeigt werden. „Lange Transportwege sind inakzeptabel und hinterlassen nachhaltige Schäden. Das Klima, die Umwelt und unsere Landwirtschaft zugunsten eines unfairen Freihandels zu opfern, ist fatal,“ ist sich Alexander Bernhuber, der auch Umweltsprecher der ÖVP-Delegation im EU-Parlament ist, sicher.

Petition “Stopp Mercosur” unterzeichnen

Besonders wichtig ist, dass zukünftige Handelsabkommen unter Einhaltung von EU-Produkt- und Produktionsstandards für Lebensmittel und Umweltauflagen verhandelt werden. Durch die Petition „Stopp Mercosur“ wird mit den bereits 35.000 Unterstützern ein klares Zeichen gesetzt. Auf www.stopp-mercosur.at kann weiter unterzeichnet werden.
„Die heimische Landwirtschaft trägt zur Versorgung der Bevölkerung mit regionalen Lebensmitteln besonders zum Klimaschutz bei. Die Konsumenten haben es mit ihrem Griff ins Regal in der Hand und können so nicht nur die niederösterreichische Landwirtschaft kräftig unterstützen, sondern sorgen neben gesicherten Arbeitsplätzen im eigenen Land auch für einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz,“ schließen Bernhuber und Nemecek mit einem Appell an das Einkaufsverhalten der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. (Eva Riegler)

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