Erste Erntehelfer gelandet: Gemüsebauern atmen auf

Kommenden Montag sollen zwei weitere Sonderflüge aus der Ukraine in Linz landen. Die dringend benötigten Erntehelfer aus dem Kosovo warten derweil auf ihr Visum.

Beim Frischgemüse ist derzeit Not am Mann: Die kosovarischen Erntehelfer warten auf das Visum um einreisen zu dürfen und auf den Betrieben ihre Tätigkeit aufzunehmen.

Aufatmen bei den oberösterreichischen Obst- und Gemüseproduzenten – vergangenen Freitag ist am Flughafen Linz ein Flieger aus der Ukraine mit insgesamt 213 Erntehelfern gelandet. „Dank des großen Einsatz der regionalen Politik konnte hier eine Lösung erreicht werden. Damit scheint die größte Hürde für Erdbeeren und Einlegegurken genommen zu sein“, so EFKO-Geschäftsführer Klaus Hraby.

Obwohl sich in den vergangenen Wochen viele Privatpersonen über die von der Bundesregierung ins Leben gerufene Plattform „Die Lebensmittelhelfer“ gemeldet haben, brauche es im Obst- und Gemüsebau diese Mitarbeiter aus dem Osten. „Sonst können wir auf den Märkten nicht reüssieren“; betonte Agrarlandesrat Max Hiegelsberger. Laut Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger handelt es sich dabei um „verlässliches Stammpersonal mit jahrelanger Erfahrung“, die nicht nur alle Handgriffe, sondern auch die Betriebe bestens kennen.

500 weitere Erntehelfer aus Drittstaaten benötigt

Trotz dieses ersten Erfolges fehlen in Oberösterreich noch circa 500 weitere bewährte Erntehelfer aus Drittstaaten. In der Ukraine warten noch knapp 400 Personen auf die Einreise nach Österreich. Für diese sind kommenden Montag (18. Mai) zwei Sonderflüge nach Hörsching geplant – die eine Hälfte der Arbeiter kommt auf Betriebe nach Oberösterreich, die anderen verteilen sich auf die Bundesländer Niederösterreich und Tirol.
Schwieriger gestaltet sich die Lage mit den 200 benötigten Erntehelfern aus dem Kosovo, die sich die letzten Jahre als verlässliche Arbeitskräfte für Frischgemüse-Produzenten bewährt haben. Seit Ende Februar sind sie mit einer aufrechten Beschäftigungsbewilligung des AMS Oberösterreich ausgestattet. „Die Einreise wird jedoch wegen fehlender Visa verweigert, da die österreichische Botschaft in Skopje geschlossen ist“, erklärte Langer-Weninger, die aber auch hier auf eine rasche politische Lösung hofft. Diese sei jedenfalls dringend notwendig, da bereits erste Gemüsefelder wegen fehlender Arbeitskräfte vernichtet werden mussten.

„Jetzt ist nicht die Zeit für Diskussionen“

Die Corona-Krise hat aufgrund der hohen Bedeutung der Landwirtschaft auch für verstärktes Medieninteresse gesorgt. „Dabei wurde offensichtlich, dass unsere Gemüse- und Obstbaubetriebe unter sehr herausfordernden Bedingungen arbeiten“, erklärte Hiegelsberger. Angesichts mehrerer 100.000 Arbeitslose im Land werde sich die Branche auch einer gesellschaftspolitischen Diskussion stellen müssen, warum ausländische Arbeitskräfte nach Österreich geholt werden müssen.

Dafür sei laut EFKO-Chef Hraby aktuell aber keine Zeit, da man sonst im Herbst ohne Ware dastehen würde. Das Unternehmen sehe sich bereits jetzt mit einer Ausnahmesituation konfrontiert: Die bekannten Delikatessgurken – das „Leuchtturmprojekt“ – neigen sich bereits dem Ende zu, da im März krisenbedingt „Mengen wie noch nie zu vor in der Geschichte“ ausgeliefert worden sind. „Wir werden den Anschluss an die neue Ernte um sechs bis sieben Wochen nicht erreichen“, so Hraby.

Verbandsobmann Ewald Mayr appelierte zum Saisonstart an Konsumenten und Wirte, zu heimischer Ware zu greifen: „Von A wie Artischocke bis Z wie Zucchini haben wir alles zu bieten und dass ist es auch Wert in Oberösterreich zu erhalten.“

Quelle: land oö
V.l.: Mayr, Langer-Weninger, Hiegelsberger und Hraby bei der Online-Pressekonferenz.

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  • PK Gemüses-Saisonstart: land oö
  • Erntehelfer Mit Landwirtin Mayr Christinein Eferding C Hamedinger: Hamedinger
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