Douglasie als Antwort auf den Klimwandel

Der traditionelle Waldbautag im Industrieviertel, organisiert von der Forstabteilung der LK-NÖ, fand am vergangenen Donnerstag in der LFS Warth statt und stand unter dem Motto “Die Douglasie im Klimawandel”. Rund 150 interessierte Waldbäuerinnen und -bauern waren zur hochkarätigen Veranstaltung gekommen, um wertvolle Informationen aus erster Hand zu erhalten.

Erfahrungen aus Theorie und Praxis aufgezeigt

Die Referenten, Organisatoren und Ehrengäste der diesjährigen Forsttags an der LFS Warth zeigten sich vom großen Interesse der rund 150 Waldbäuerinnen und -bauern begeistert. ©ALOIS RASINGER
Die Referenten, Organisatoren und Ehrengäste der diesjährigen Forsttags an der LFS Warth zeigten sich vom großen Interesse der rund 150 Waldbäuerinnen und -bauern begeistert. ©ALOIS RASINGER
Waldbauprofessor Hubert Hasenauer (Universität für Bodenkultur Wien) ging in seinem Vortrag auf die sich ändernden Rahmenbedingungen durch den Klimawandel und ihre Auswirkungen auf die Waldbestände in Niederösterreich ein. Speziell die Douglasie, die aufgrund ihrer Wuchs- und Massenleistung als gute Alternative zur Fichte gesehen wird, stand im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Für einen erfolgreichen Anbau spielen neben dem geeigneten Standort auch die richtige Herkunft der Jungbäume sowie die richtige Mischungen mit anderen Baumarten eine entscheidende Rolle. Vor allem die hohe Trockenresistenz wird die Kiefernart zu einer wichtigen Baumart für den zukünftigen Waldbau machen, ist Professor Hasenauer überzeugt. Weitere Experten dokumentierten die gute Holzeigenschaft der Douglasie als Bau- und Konstruktionsholz und verwiesen auf Kooperationen in der holzverarbeitenden Industrie. Praktische Erfahrungen im Anbau mit Douglasie wurden den Teilnehmern am Nachmittag im Revier Linsberg am Forstbetrieb Schenker vermittelt. 

Die geologischen und kleinklimatischen Verhältnisse auf diesem Höhenrücken (Seehöhe rund 340 Meter), der sich zwischen Schwarza und Pitten befindet, variieren sehr stark. Im Bereich der Au findet man Kalkschotterablagerungen aus dem Rax- und Schneeberggebiet. Der Höhenrücken weist kristallines Grundgestein mit tonhältigem Bodensubstrat auf. Eine geregelte Forstwirtschaft kann erst seit der Möglichkeit der Energieholzvermarktung betrieben werden. Eine detaillierte waldbauliche Zielsetzung besteht seit etwa 30 Jahren: Bestehende Fichtenbestände ernten, keine Fichten pflanzen. Weißkiefer natürlich verjüngen lassen, aber keine neuen Pflanzungen. Aufforstungsversuche mit Vogelkirsche, Bergahorn, Spitzahorn, Roteiche, Douglasie, Abies nordmannia (Nordmannstanne), Abies grandis (Küstentanne), Lärche und Schwarzkiefer in verschiedenen Pflanzverbänden. Ziel ist es auf die standörtlichen- und klimatischen Gegebenheiten bestmöglich Rücksicht zu nehmen. Es soll so ökologisch wie möglich und so ökonomisch wie nötig gearbeitet werden. Mehrere verschiedene Baumarten sollen ein breites Spektrum gegen die Herausforderungen (Klimawandel, Holzvermarktung, Schädlinge) der nächsten Jahre bilden.

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