Digitale Landwirtschaft

Gastkommentar von Dipl.-Ing. Martin Kugler, Chefredakteur "Universum-magazin"

Dipl.-Ing. Martin Kugler, Chefredakteur Universum-Magazin ©ZVG
Dipl.-Ing. Martin Kugler, Chefredakteur Universum-Magazin ©ZVG
Plötzlich, wie über Nacht, war der Begriff “Landwirtschaft 4.0” da: Allerorts ist derzeit von Robotern zu hören, die Pflanzen und Tiere optimal hegen, von Kameras, die jedermann Einblick in den Stall geben, von neuen Möglichkeiten, mit Konsumenten in Kontakt zu treten und Produkte zu vermarkten. Auch der Agrarsektor wird nun voll von der Digitalisierungs- und Automatisierungswelle erfasst. Zumindest im Großteil der Welt. Denn in Österreich ist von einer Aufbruchstimmung nichts zu spüren (auch wenn vereinzelt Firmen und Investoren aktiv sind). Das könnte und sollte sich durch die Initiative ändern, einen Fachhochschul-Studiengang Agrartechnologie einzurichten. Es braucht genau so ein Zentrum, damit “Landwirtschaft 4.0” auch hierzulande möglichst rasch etabliert wird. Für die Agrarpolitik ist das freilich eine schwierige Situation: Wenn intelligente Maschinen die Hauptarbeit am Acker und im Stall übernehmen, dann sind dafür weniger Menschen notwendig. Das hilft zwar bei Nachwuchsproblemen, aber gleichzeitig wird der Agrarsektor noch kleiner – und damit auch sein politischer Einfluss. Und es bringt neue Fragen – wie zum Beispiel: Müssen auch Landwirte bald schon “Maschinensteuer” zahlen? Dem österreichischen Reflex, erst einmal gegen alles Neue zu sein, muss widerstanden werden. Man kann diese Entwicklungen nicht aufhalten, sondern man muss sich den Herausforderungen stellen. Andernfalls ziehen die Chancen von “Landwirtschaft 4.0” an Österreichs Bauern vorüber.

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