Die “Silagemeister 2020” stehen fest

Das LK-Silageprojekt hat auch im Vorjahr gezeigt, dass die Erzeugung von sehr gutem Gärfutter aus Gras besonderer Sorgfalt bedarf. Bei Maissilagen ist das Management zur aeroben Stabilität der Futterkonserven verbesserungswürdig.

Im Rahmen des LK-Silageprojekts wurden im Vorjahr in Summe mehr als 1.320 Proben von Gras- und Maissilagen ausgewertet.

Wer hat die beste Silage im Land? Auch 2020 wurde, koordiniert von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, wieder das LK-Silageprojekt für Gras- und Maissilagen durchgeführt. Mehr als 1.100 Gras- und gut 220 Maissilageproben wurden chemisch auf Nährstoffgehalt, Gerüstsubstanzen, Mineralstoffgehalt und Gärqualität analysiert und das Silagemanagement mittels Fragebogen erfasst.

Qualitätspotenziale besser ausschöpfen

Das größte Verbesserungspotenzial bei den Grassilagen liegt in der Reduktion der Buttersäuregärung, welche 2020 eindeutig zu hoch war. Die Entwicklung von Clostridien ist dafür verantwortlich. Die Beschleunigung der Milchsäuregärung in Verbindung mit einer schnelleren Absenkung des pH-Wertes wäre anzustreben. Effektive Maßnahmen, um die Gärung zu beschleunigen sind:
• Gerüstsubstanzgehalte des Futters unter 490 g NDF/kg TM bzw. unter 310 g ADF/kg TM,
• Verkürzung der Feldphase (unter zwölf Stunden) durch Mähgutaufbereitung,
• Futteranwelkung über 300 g TM/kg FM,
• Vermeidung von erdiger Futterverschmutzung (Eisengehalt unter 500 mg/kg TM)
• sehr kurze Futterlänge (kleiner 5 cm) bei der Ernte,
• professioneller Einsatz von wirksamen flüssigen Silierhilfsmitteln (exakte Verteilung und Dosierung) sowie
• ausreichende Verdichtung und sofortige luftdichte Abdeckung.

Vorschub bei der Entnahme ist häufig zu gering

Maissilagen gelten als leicht vergärbar, haben jedoch den Nachteil eines höheren Verderbrisikos nach Siloöffnung. Die Gärung der Maissilagen verlief im Vorjahr allgemein deutlich intensiver. Kritisch muss die Erhöhung der mittleren Ethanolgehalte auf 16 g/kg TM eingestuft werden, weil Hefen die alkoholische Gärung hervorriefen und Hefen auch großteils für Nacherwärmungen verantwortlich sind. In der Praxis sind zu kurze Gärdauer bis zur Öffnung, Auflockerung bei der Entnahme und zu geringer Vorschub noch weit verbreitet, sodass mit Zunahme der Lufttemperaturen im Frühjahr häufig das Risiko von Verderb durch Nacherwärmung vorhanden ist. Die detaillierten Projektergebnisse werden bei der nächsten Viehwirtschaftlichen Fachtagung präsentiert.

Viehwirtschaftliche Fachtagung
“Alternative Ansätze im Milchviehmanagement”

Die HBLFA Gumpenstein lädt am 24. und 25. März 2021 zu ihrer 48. Viehwirtschaftlichen Fachtagung ein. Auf der Tagesordnung stehen diesmal die drei Themenblöcke:
• Alternative Ansätze im Milchvieh- Management,
• Grundfutterqualität und
• Milchrassekälber.
Die Tagung findet als Web-Konferenz statt. Die Teilnahme ist kostenlos möglich.
Infos und Anmeldung unter
https://raumberg-gumpenstein.at/forschung/veranstaltungen.html

- Bildquellen -

  • W2021 Silageprojekt: Albin Blaschka (HBLFA Raumberg-Gumpenstein)
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