Deutscher Schweinepreis nur 1,40 Euro?

Schwere Zeiten für deutsche Schweinehalter Foto: Agrarfoto.com

Die Schlachtschweinepreise in Deutschland werden voraussichtlich bald steigen, im Jahresmittel aber unter dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre liegen. Davon geht zumindest ein dänischer Marktanalyst aus, berichtet AgraEurope.
Markus Fiebelkorn vom Erzeugerverband „Danske Svineproducenter“ sorgte mit seiner Marktprognose auf der digitalen EuroTier für Aufhorchen.
Der durchschnittliche Preis für deutsche Schlachtschweine könnte heuer im Jahresmittel im Bereich von nur 1,40 Euro/kg liegen. Mehr sei wegen der Sperren von Drittstaaten für deutsches Schweinefleisch aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) voraussichtlich nicht drin. Das schließe zwar nicht aus, dass etwa im Sommer die Marke von 1,40 Euro zeitweise auch überschritten werden könne. Dem Experten zufolge profitieren aber andere Länder mit hohen Drittlandausfuhren in Richtung Asien, allen voran nach China, und hier vor allem Spanien und Dänemark, vom Ausfall Deutschlands.
Die Preisunterschiede für Schlachtschweine seien deshalb groß. So bestehe laut Daten der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) gegenwärtig eine Differenz zu den Preisen in Dänemark und Spanien von 33 Cent beziehungsweise 35 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht. Dies sei auch dem aktuellen Schweinestau in Deutschland geschuldet. Der „normale“ Unterschied allein aufgrund der Exportsperre dürfte sich auf 20 Cent bis 25 Cent belaufen.
Für den Ferkelpreis in Deutsdchland erwartet der Analyst ab April bis in den Hebst ein Durchschnittsniveau von etwa 45 Euro pro Tier. Das Ferkel- angebot dürfte im weiteren Jahresverlauf für die Nachfrage eher knapp ausfallen, zumal dänische Erzeuger in jüngster Zeit mehr Kunden in Polen und die Niederländer Kunden in Spanien gefunden hätten.
Bezüglich ASP äußerte sich Fiebelkom skeptisch, dass Deutschland bald frei davon sein könne, wenn nicht auch Polen die Tierseuche massiv bekämpfe. Es gebe dort nicht nur punktuelle, sondern immer öfter flächendeckende Ausbrüche.
Für den globalen Schweinefleischexport geht der Analyst davon aus, dass Deutschland längerfristig Marktanteile verlieren wird. Damit dürften auch die Bestände im Vergleich zu Spanien und außereuropäischen Ländern weiter abgebaut werden, auch weil die Produktionskosten in deutschen Schweinemastställen über denen von Dänemark und Spanien sowie weit über denen in Brasilien oder den USA zu liegen gekommen sind. Auch steigende Kosten durch vermehrte Auflagen und höhere Lohnkosten in der Fleischindustrie setzten der weltweiten Konkurrenzfähigkeit der deutschen Schweinebranche immer mehr zu.

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