Bundesforste: Schäden durch Stürme, Käfer und Schneebrüche auf Rekordhoch

Waldbilanz 2020: Schadholz bleibt mit 81 % auf hohem Niveau - Käferholz verdoppelt - Klimawandelkosten deutlich gestiegen

Aufarbeitung der Schäden in Folge eines Schneesturms im Forstrevier Großarl, Februar 2020.

Eine Waldbilanz mit tiefroten Zahlen bei den Klimakosten haben die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) für das Jahr 2020 vermeldet. Laut heutiger Pressemitteilung beziffert ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager die im abgelaufenen Jahr angefallenen Klimawandelkosten mit 48 Mio. Euro. Dies sei ein Wert auf Rekordhoch, so Freidhager. Mit rund 1,4 Mio. Erntefestmetern habe der Schadholzanfall einen neuen Höchstwert erreicht. Dies seien 81 Prozent der gesamten Erntemenge (2019: 79 %). Das ÖBf-Gesamtergebnis 2020 wird durch erfolgreiches Gegensteuern aber dennoch leicht besser ausfallen als 2019.

Aufgearbeitetes Schadholz nach Kahlhieb durch Borkenkäferbefall im Waldviertler Revier Droß, Revierteil Riegersburg, Jänner 2020. Foto: ÖBf/M. Schönsgibl

Borkenkäfer, Stürme und Schneebruch

Hauptursache der hohen Schadkosten war die Aufarbeitung der großen Stürme und des Schneebruchs nach dem Jahrhundertschnee im Winter 2019. Die Schäden durch Sturm und Windwürfe haben mit 470.000 Festmetern etwa ein Drittel des Schadholzes ausgemacht. Betroffen waren die Regionen Waldviertel, Obersteiermark und Steyrtal. Weitere rund 360.000 Festmeter sind durch Schneebruch angefallen, vor allem in den Regionen Traun-Innviertel, Kärnten-Lungau und dem Inneren Salzkammergut.
Mit mehr als einem Drittel des Gesamtschadholzanfalles war wiederum der Borkenkäfer die Hauptgefahr für den heimischen Wald. Die Schwerpunktgebiete lagen mit dem Mühl- und Waldviertel erneut im Norden und Osten des Landes. Auch in Gebirgslagen waren Schäden zu verzeichnen etwa in der Obersteiermark und dem Traun-Innviertel.

Leichte Erholung beim Gesamtergebnis

Die hohen Klimawandelkosten werden die Bundesforste auch im Jahresergebnis spüren, so der Finanzvorstand des Unternehmens Georg Schöppl. Die Mindererlöse durch Schadholz und die Mehrkosten für Waldpflege haben 2020 mit rund 48 Mio. Euro ein neues Rekordhoch erreich (Vorjahr 42,1 Mio. Euro). Deutlich zu Buche schlägt weiters auch der infolge des außergewöhnlich hohen Schadholzaufkommens gesunkene Holzpreis. Laut Schöppl werde das wirtschaftliche Ergebnis dank erfolgreichem Gegensteuern und Diversifizierung der Geschäftsfelder aber besser sein als 2019.

Quelle: ÖBf-Archiv/Wolfgang Simlinger
Aufforstungsfläche in Großarl, aufgenommen im September 2016 nach Windwurf Uschi im Jahr 2002. Für 2021 planen die Bundesforste rund 12 Mio. Euro an Investitionen in den Wald und in die Waldpflege.

Entspannung zeichnet sich ab

Den Ausblick auf 2021 sieht Rudolf Freidhager positiv. Vor allem das überdurchschnittlich regennasse Waldjahr 2020 habe den Wäldern gutgetan. Auch die Wälder in den niederschlagsarmen Regionen im Osten des Landes oder im Waldviertel konnten sich etwas erholen. Durch das Ausbleiben größerer Schadereignisse sei es den ÖBf gelungen, das noch aus den Vorjahren stammende Schadholz gut aufzuarbeiten. Freidhager: „Wir starten nahezu lastenfrei ins neue Jahr.“ Gebot der Stunde sei aber, weiterhin die Anpassung der Wälder an den Klimawandel voranzutreiben. Dafür seien für 2021 erneut rund 12 Mio. Euro an Investitionen in den Wald und in die Waldpflege geplant. Für alle ihre 120 Forstreviere haben die Bundesforste bereits neue Waldpläne entwickelt. Allein für die Käferbekämpfung sind heuer 5,1 Mio. Euro geplant, weitere 2,1 Mio. Euro für ein Aufforstungsprogramm.

- Bildquellen -

  • 2003 03 Web Aufforstung Oebf 2016 264: ÖBf-Archiv/Wolfgang Simlinger
  • 2003 01 Web ÖBf R.Schilcher: ÖBf/R. Schilcher
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