Bodenverbrauch ist dramatisch hoch

Bodenverbrauch: Viele Bedürnisse der Gemeinden in den Regionen

Im Jahr 2002 wurde von der damaligen Bundesregierung der Zielwert für den täglichen Bodenverbrauchs mit 2,5 Hektar festgelegt. 20 Jahre später sind es indes täglich 11,5 Hektar wertvollste Äcker und Wiesen, umgerechnet rund 16 Fußballfelder, die nicht nur der Landwirtschaft durch Verbauung verloren gehen. Die Österreichische Hagelversicherung kritisiert dies seit vielen Jahren.”Österreich ist nach wie vor Europameister im negativen Sinn, was die tägliche Verbauung für Straßen, Gewerbeflächen oder Einkaufszentren betrifft”, so deren Chef Kurt Weinberger.

Auch der „Stadtklimatologe“ Simon Tschannett, Chef der Firma Weatherpark, fordert ein rasches Umdenken und Gegensteuern. „Die Folgen sind fatal, zubetonierter Boden kann kein Wasser speichern kann, der Grundwasserspiegel sinkt, Österreichs Seen trocknen aus, fehlenden Ackerböden und Wiesen können keinen Kohlenstoff speichern und in den Städten steigen die Temperaturen massiv”, so der Stadtklimatologe. Ferner führt zubetonierter Boden zu einem weiteren Verlust der Selbstversorgung bei regionalen Lebensmitteln. Bereits jetzt sei Österreich bei der Eigenversorgung mit regionalen Lebensmitteln sehr verletzbar.

Weit entfernt vom 2,5-Hektar-Ziel

Um das einst festgelegte 2,5-Hektar-Ziel zu erreichen, gebe es verschiedene Lösungsansätze. In Österreich gibt es 40.000 ha leerstehende Gewerbe-, Industrie- und Wohnimmobilien. Eine Revitalisierung dieser Brachflächen sei aber finanziell aufwendiger als ein Neubau auf der grünen Wiese. Daher brauche es monetäre Anreizsysteme etwa für eine Revitalisierungsoffensive leerstehender Immobilien, Und Baulandausweisungen sollten nur noch dann genehmigt werden, wenn die betreffende Gemeinde nachweisen könne, dass keine angemessenen Innenentwicklungspotenziale mehr verfügbar sind. Eine weitere Maßnahme wäre der Schutz besonders wertvoller Flächen – landwirtschaftlicher Vorrangflächen – wie am Beispiel der Schweiz, wo die produktivsten Landwirtschaftsböden für die Ernährungssicherung der Bevölkerung gesetzlich vor Verbauung geschützt sind.

- Bildquellen -

  • Landschaft: agrarfoto.com
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AUTORRed. B. W.
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