Bayer: Millionenverluste in der Agrarwirtschaft

Ein stabiler Umsatz trotz Corona-Pandemie freut die Bayer-AG mit Sitz im deutschen Leverkusen. 41,4 Milliarden Euro haben das Jahr 2020 gebracht. Vor allem im Pharmabereich verzeichnet das Unternehmen Erfolge. Anders sieht das im Agrar-Sektor aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) rutschte mit minus 16,2 Milliarden Euro tief in die roten Zahlen (im Vorjahr betrug es noch knappe 4,2 Milliarden Euro). Grund dafür sind nach Angaben der Bayer-Geschäftsführung bei einer Pressekonferenz am Donnerstag negative Sondereinflüsse, die vor allem aus dem Agrargeschäft resultierten.

Wie “Agrarheute” berichtet entfielen von insgesamt 23,3 Milliarden Euro an negativen Sondereinflüssen, die das Konzern-EBIT belasteten, 20,4 Milliarden Euro auf die Sparte Bayer Crop Science und damit auf Rückstellungen für die Beilegung von Klagen gegen Roundup in den USA sowie weitere Rechtsrisiken wegen Dicamba, PCB und dem Verhütungsmittel Essure.

Über den Umsatz kann man sich aber auch im Agrargeschäft nicht beschweren. 2020 erwirtschaftete das Unternehmen währungs- und portfoliobereinigt um 1,3 Prozent  mehr als im Jahr davor, nämlich 18,8 Milliarden Euro. Zurückzuführen sei das auf das Geschäft in Lateinamerika und in Asien, denn in Nordamerika seien Rückgänge verzeichnet worden. Besonders stark stieg der Umsatz mit Fungiziden, was unter anderem auf das neue Fox Xpro zurückzuführen war, das in Lateinamerika 2019 auf den Markt kam. Bei den Herbiziden gab es dagegen einen Geschäftsrückgang, da es teilweise zum Verlust von Zulassungen in Europa, Nahost, Afrika und Nordamerika gekommen ist. 

“Unsere operative Stärke in diesen unruhigen Zeiten zeigt, dass sich unsere Geschäfte auch in der Pandemie als widerstandsfähig erweisen”, erklärte der Vorstandsvorsitzende, Werner Baumann, am Donnerstag bei der Pressekonferenz. “Wir haben das vergangene Jahr auch genutzt, um die Weichen für künftiges Wachstum zu stellen.”

Für 2021 erwartet Bayer ein solides operatives Wachstum und ein stabiles Ergebnis zu konstanten Währungskursen.

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  • Werner Baumann: Bayer AG
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