„Immer mehr Billig-Hühnerfleisch aus fragwürdigen Haltungsbedingungen ist in den letzten Jahren auf den österreichischen Markt gedrungen – vor allem aus der Ukraine. Das muss aufhören. Wir müssen das Handelsabkommen mit der Ukraine umgehend ändern und die derzeitige Lücke schließen. Die Exporteure nutzen diese Lücke für potenziell unbegrenzte, zollfreie Lieferungen auf unseren Binnenmarkt“, erklärte Simone Schmiedtbauer, EU-Abgeordnete und Agrarsprecherin der ÖVP im EU-Parlament, zur Debatte über die Anpassung des Assoziierungs- und Handelsabkommens mit der Ukraine im Agrarausschuss Anfang dieser Woche.

Die Änderung des Abkommens geht auf einen Hühnerfleisch-Importskandal durch den Ukrainischen Konzern MHP zurück. Dieser lieferte große Mengen an Geflügelbruststücken in die EU und besonders auch nach Österreich, an denen noch ein Stückchen Knochen war – das Fleisch war daher „minderwertig“ und nicht von der Importquote laut EU-Ukraine-Vertrag erfasst. In der EU wurde der Knochen entfernt, und das Fleisch als „hochwertiges“ Geflügelbrustfleisch vermarktet. MHP erhielt zusätzlich noch geförderte und daher günstige Kredite von der EBRD (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung).

Endlich die Herkunft kennzeichnen

Die Marktkonzentration und die Importe aus der Ukraine schmälern die Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Geflügel-Betriebe, betonte auch Bauernbund-Präsident Abg. z. NR Georg Strasser. „Wir müssen drauf schauen, dass unsere Handelspartner die EU-Standards bei Tierwohl und Tiergesundheit verbessern und genauso einhalten wie österreichische Produzenten“, forderte Strasser. Die heimischen Geflügelbauern hätten nur dann eine Zukunft, wenn Konsumenten genau wüssten, woher das Fleisch am Teller kommt. Der Bauernbund fordert bereits seit Jahren eine Herkunftskennzeichnung von Fleisch in der Gemeinschaftsverpflegung, in verarbeiteten Produkten im Supermarkt sowie in der Gastronomie.

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