Saftige Almwiesen, grasende Kühe und das beeindruckende Panorama des Karwendels prägen das Bild auf der Falzturnalm im Gemeindegebiet von Pertisau. Nicht nur die Tiere und das Almpersonal genießen hier die Sommerfrische, auch zahlreiche Wanderer und Radfahrer zieht es auf die Alm. Sie schätzen die idyllische Kulisse ebenso wie die überraschend moderne Infrastruktur. Auf der Falzturnalm gehen Tradition und Fortschritt Hand in Hand.
Für Biobauer Johann Rendl beginnt der Almsommer jedes Jahr Ende Mai. Dann übersiedelt er von seinem Hof in Reith im Alpbachtal auf die rund 30 Kilometer entfernte Falzturnalm. Schon die Anreise zeigt, wie gut die Alm erschlossen ist: Eine Asphaltstraße führt bis zur Alm und weiter zur Gramai. Bereits Ende der 1970er-Jahre wurde die Zufahrt ausgebaut, seit 2001 gibt es Strom, seit 2010 einen Kanalanschluss – nun folgt mit Glasfaser der nächste Entwicklungsschritt.
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Rendl ist Obmann der Agrargemeinschaft Falzturn, der fünf Mitglieder aus Reith im Alpbachtal, Münster und Vomp angehören. Drei von ihnen bewirtschaften die Alm mit Milch- und Jungvieh, ein weiterer Bauer betreibt eine urige Jausenstation und es gibt auch noch ein Gasthaus, welches ganzjährig geöffnet ist.
Die drei viehhaltenden Bauern teilen sich Stall, Almhütte und die Arbeit. Rund fünf Hektar Grünland bewirtschaften sie unter Bedingungen, von denen viele Almbauern nur träumen können: weitläufige, überraschend flache Wiesen, auf denen selbst große Maschinen pro-blemlos eingesetzt werden können. Das Heu wird zu Ballen gepresst und für die gesamte Almsaison eingelagert.
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Hans Rendl mit seiner Tochter Angela und dem Kalb, das er vor Kurzem zu seinem runden Geburtstag bekommen hat.
„Die Flächen hier sind großteils sogar flacher als bei uns daheim“
Hans Rendl
Obmann Agrargemeinschaft Falzturn
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Beim Bewirtschaften der Flächen helfen die drei Bauern zusammen.
Seit seiner Kindheit verbringt Hans Rendl jeden Sommer auf der Falzturnalm, vor vier Jahren hat er die Aufgaben des Almbauern von seinen Eltern übernommen. Die Tage beginnen früh und sind arbeitsreich. Trotzdem ist der Almsommer für ihn eine Auszeit und ein Ausgleich. „Ich tanke hier jeden Sommer neue Kraft“, sagt er. Zwischendurch fährt er gerne nach Hause zu seiner Familie und auch seine Frau und die Kinder verbringen immer wieder einige Tage auf der Alm.
Insgesamt umfasst die Alm 120 Hektar, davon sind 87 Hektar Eigenweide. Die übrigen Flächen gehören den Bundesforsten, die Agrargemeinschaft verfügt über die Weiderechte. Derzeit werden 136 Stück Vieh gealpt, darunter 65 Milchkühe.
Zwölf Kilometer Leitung
Mit dem Glasfaserausbau hält auch digital der Alltag Einzug auf drei Almen im Karwendel. Auf Initiative der Gastwirte im Tal wurden rund zwölf Kilometer Leitungen verlegt, die Almbauern sind Mitnutzer. Gastbetriebe brauchen die stabile Verbindung für Kassensysteme, Reservierungen und Bestellungen, Tiermeldungen werden nun online erledigt und vor allem bei Notfällen ist jeder froh über ein funktionierendes Netz. Gleichzeitig profitieren auch die Urlaubsgäste, denn, wie die Projektbeteiligten betonen: „Der Gast sucht die Abgeschiedenheit, nicht die Abgeschnittenheit.“
Die Falzturnalm zeigt somit eindrucksvoll, dass moderne Technik und gelebte Almwirtschaft kein Widerspruch sind.
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Der imposante Brunnen neben der Alm verrichtet bereits seit über 70 Jahren seinen Dienst.
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