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Almwirtschaft zwischen Tradition und Zukunftsfragen

Bei der 32. Internationalen Almwirtschaftstagung im Pinzgau diskutierten Experten über Klimawandel, Naturschutz, Tourismus und die Zukunft der Berglandwirtschaft.

Bei der 32. Internationalen Almwirtschaftstagung im Pinzgau kamen Fachleute aus den Alpenländern zusammen, um über die Zukunft der Berglandwirtschaft zu beraten. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen des Klimawandels, neue Anforderungen durch EU-Naturschutzrecht und Agrarpolitik sowie die Bedeutung der Almen für Tourismus und regionale Entwicklung. „Ich freue mich sehr, dass anerkannte Expertinnen und Experten nach Salzburg gekommen sind, um gemeinsam Lösungen für viele offene Fragen zu finden“, betonte Landwirtschaftskammerpräsident Rupert Quehenberger. „Unsere Almwirtschaft hat große Bedeutung weit über die Landwirtschaft hinaus. Vom Klimawandel über die Rückkehr des Wolfes bis hin zum Besucheransturm sind die Almbäuerinnen und Almbauern aber mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert.“

Von Bauernhand erschaffen

Ein zentraler Punkt der Tagung war die Frage, wie Naturschutz und Bewirtschaftung im alpinen Raum zusammengedacht werden können. Gregor Grill von der Landwirtschaftskammer Salzburg stellte klar, dass Almen und Bergwiesen keine unberührte Natur seien, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger Bewirtschaftung. „Die Landschaften der Alpen sind keine Überreste eines vormenschlichen Zustandes. Almen, Bergwiesen, Schutzwälder und Siedlungsräume sind Ergebnisse bewusster Gestaltung. Ihre ökologische Vielfalt ist nicht trotz, sondern wegen dieser Nutzung entstanden“, erklärte Grill.

Gerade angesichts des Klimawandels müsse der Blick auf die Rolle der Bewirtschaftung geschärft werden. Die Menschen, die diese Landschaft pflegen, seien ein wesentlicher Teil des Naturschutzes.

Zukunft braucht klare Rahmenbedingungen

Auch Silvester Gfrerer, Obmann des Salzburger Alm- und Bergbauernvereins, hob die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen hervor. „Die Almwirtschaft ist ein verhältnismäßig kleiner Bereich innerhalb der gesamten Landwirtschaft der EU. Daher braucht es auch eine länderübergreifende Vernetzung.“

Besonders die neue Gemeinsame Agrarpolitik werde entscheidend dafür sein, ob Almen auch künftig offen gehalten werden können. „Damit unsere Almen offenbleiben, sind klare Anreize nötig, sonst wächst uns die Landschaft zu“, so Gfrerer. Neben der Bewirtschaftung beschäftigte die Teilnehmer auch die zunehmende Nutzung der Almen durch den Tourismus. Die Almwirtschaft sei für die alpine Region unverzichtbar – sowohl als Lebensraum für zahlreiche Arten als auch als Grundlage für regionale Wertschöpfung und Tourismus.

Bei abschließenden Exkursionen erhielten die Teilnehmer Einblicke in unterschiedliche Bereiche der Almwirtschaft – von Schaf- und Ziegenalmen über gelenkte Weideführung bis hin zur Bedeutung von Almprodukten. Die vom Salzburger Alm- und Bergbauernverein gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Salzburg organisierte Veranstaltung zählt zu den wichtigsten Fachtreffen der Alpenländer.

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LK-Präsident Rupert Quehenberger, BR Silvester Gfrerer, LK-Almexpertin Petra Fürstauer-Reiter, Bundesobmann Josef Obweger, Landesbäuerin Claudia Entleitner, Dir. Franz Wieser und GF Gottfried Rettenegger.

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